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Uhlenhorst in Elmshorn : Ein Abriss kommt nicht in Frage

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Grünen fordern eine Sanierung der Wohnblöcke am Uhlenhorst. Die Baugenossenschaft glaubt an einvernehmliche Lösung.

Für die Bewohner der vom Abriss bedrohten Häuser am Uhlenhorst ist es ein Hoffnungsschimmer: Die Elmshorner Grünen wollen sich intensiv für das Quartier einsetzen und Anwohner sowie die Baugenossenschaft Adlershorst an einen Tisch bringen. So soll gemeinsam eine Lösung gefunden werden.

Bislang plant die Adlershorst nur den Abriss der Häuser, versucht, die Mieter umzusiedeln. An Stelle der Altbauten sollen wohl „Smart Ideenhäuser“ wie an der Reeperbahn entstehen. Hintergrund ist, dass die Anlage laut Adlershorst nicht mehr wirtschaftlich ist. Doch gegen den Abriss wehren sich die Bewohner des Quartiers.

„Wir können uns als Politiker nicht aus der Verantwortung stehlen“, betont nun der Grünen-Stadtverordnete Rainer Naske. Zum Thema bezieht seine Partei klar Stellung. „Wir wollen, dass die Häuser energetisch saniert werden“, sagt Naske, ein Abriss komme nicht in Frage. Schließlich handele es sich um eine „gewachsene Siedlung“ und, allen voran, um ein Quartier mit moderaten Mietpreisen. Eben das werde immer seltener in der Region.

Dabei gebe es durchaus gelungene Beispiele, wie sich aus Altbauten ein modernes Quartier schaffen lasse, berichtet Naske – etwa das sogenannte Weltquartier, das im Zuge der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg saniert wird. Die ehemalige Arbeitersiedlung aus den 1930er-Jahren musste dringend renoviert werden. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Die von den Planern als „unzeitgemäß“ deklarierten Grundrisse wurden überplant und die Häuser durch Um- und Anbauten den modernen Anforderungen gerecht gestaltet. Im Fokus der Planungen stand die Beteiligung der Bewohner, die ihre Wohnungen nach Abschluss der Arbeiten wieder beziehen können. Der Mietpreis stieg um gerade einmal 13 Cent pro Quadratmeter.

Ähnlich, meinen die Grünen, könne man auch am Uhlenhorst verfahren. Schließlich sei genügend Platz auf den Grundstücken, um die Wohnungen bei Bedarf auch zu vergrößern. Selbstverständlich sei auch eine energetische Sanierung in dem Zuge sinnvoll. Doch ob es soweit kommt, ist noch unklar. Geht es nach den Elmshorner Grünen, so könnten Lokalpolitiker als Mediatoren zwischen den beiden Parteien vermitteln und eine gemeinsame Lösung finden.

Dafür sei es aber auch erforderlich, dass die Adlershorst ihre Informationspolitik ändere, sagt Naske. „Bislang liegt uns nichts vor. Außer die Fakten: Zwei Blöcke stehen fast leer“, so der Grüne. Doch „konkrete Informationen hat bei der Stadt und in der Politik keiner.“ Notfalls müsse über eine Erhaltungs- oder Gestaltungssatzung für den Bereich nachgedacht werden, um die Siedlung zu schützen, sagt Naske. So könnte ein Abriss verhindert werden.

Die Mieter am Uhlenhorst sind verunsichert. Zuletzt hatte die Adlershorst angekündigt, das Gespräch mit allen Mietern gemeinsam zu suchen. Dies ist inzwischen auch passiert, wie Benjamin Schatte von der Adlershorst gestern auf Anfrage bestätigte. Der Abteilungsleiter Unternehmenssteuerung und Marketing sagte, man habe sich mit den Mietern aus den zunächst zwei betroffenen Wohnblöcken (Hausnummern 4-36) zusammengesetzt. „Wir haben die Grundinformationen jetzt in einem gemeinsamen Gespräch nachgeholt. Wir werden mit den betroffenen Mietern nach individuellen Lösungen suchen“, so Schatte.

Einen Zeitplan gebe es nicht. „Fakt ist aber, dass wir dort etwas tun wollen“, betonte der Abteilungsleiter. „Bislang haben wir mit all unseren Mietern immer Lösungen gefunden. Ich bin zuversichtlich, dass uns das am Uhlenhorst auch gelingt.“ Die Bewohner der anderen fünf Wohnblöcke seien noch nicht informiert worden, da für sie die Planungen nicht aktuell seien.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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