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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 04:16 Uhr

Eichhörnchen verendet in Plastikfalle

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kleintierfallen Tierschützer fordern, Tiere lebendig zu fangen und dann naturnah auszusetzen

„So ein kleines Eichhörnchen, das bringt man doch nicht um“, sagt Jutta Hilbaut-Stropp und kommentiert damit die Fotos, die sie dieser Zeitung zugesandt hat. Die Elmshorner Bürgerin hatte am Wochenende ein Eichhörnchen tot in ihrem Garten gefunden. An der Pfote: eine Mausefalle aus Plastik. Hilbaut-Stropp vermutet, dass die Falle in der Nachbarschaft aufgestellt worden war, denn das Eichhörnchen war noch ein Jungtier. „So ein kleines Eichhörnchen kann mit so einer großen Falle am Bein ja gar nicht so weit laufen.“

Das andere Tiere in Fallen für Mäuse, Ratten oder Marder geraten, sei nicht unüblich, erklärt Katharina Erdmann, Leiterin der Wildtierstation in Sparrieshoop und Vorsitzende des Landestierschutzverbands Schleswig-Holstein. „Da muss sich der Mensch, der so etwas aufstellt, Gedanken drum machen. Ihm sollte immer bewusst sein, dass sich auch andere Tiere oder auch Kinder daran verletzen können.“ Erdmann plädiert für einen verantwortungsvollen Einsatz der Fallen. Dazu gehöre, die Fallen so zu sichern, dass sie für andere Tiere und auch für den Menschen weniger zur Gefahr werden können. So empfiehlt sie, die Fallen abzudecken. Etwa mit Kisten, in denen ein Loch eingeschnitten wird, durch das größere Tiere nicht passen. Diesen Vorschlag zu beherzigen, würde auch Tierhaltern die Sorgen nehmen. „Jetzt, wo ich weiß, dass hier jemand Fallen aufstellt, habe ich Angst, meinem Kater könnte so etwas auch passieren“, sagt Hilbaut-Stropp.

Auch sollten Fallen laut Erdmann so gesichert werden, dass man sie wiederfindet und regelmäßig kontrollieren kann. Wie wichtig dieser Ratschlag ist, wird besonders im Fall des toten Eichhörnchens deutlich. „Diese Plastikdinger finde ich sehr ungünstig. Die sind halt viel leichter“, erklärt Tierschützerin Erdmann. Deshalb konnte das Tier sich mit samt der Falle vom ursprünglichen Ort entfernen, ohne dass derjenige, der die Falle aufgestellt hatte, den falschen Fang bemerken und gegebenenfalls noch retten konnte. Damit die Fallen nicht weggeschleppt werden, sollten sie angebunden werden, erklärt Erdmann.

„Sie wollen keine chemischen Produkte einsetzen und keine Mittel, die die Tiere quälen?“, fragt eine Stimme im Werbefilm für die Plastikmausefalle, die in Elmshorn einem Eichhörnchen vermutlich das Leben gekostet hat. Ob das Produkt wirklich keine Tiere quält, hält zumindest Hilbaut-Stropp für fragwürdig, denn „das kleine Vieh hat sich im Todeskampf in meinen Garten retten wollen.“ Auch die Tierschützerin Erdmann empfiehlt andere Methoden, um lästiges Ungeziefer loszuwerden und rät zu Lebendfallen. Damit können die Tiere lebendig gefangen und danach weit weg vom eigenen Heim ausgesetzt werden.

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