EBS: Schüler lernen, zu wählen

Bundestagswahl 2017: Mie Maleen Dickau aus Elmshorn darf mit ihren 17 Jahren wählen – allerdings nur bei der Juniorwahl in der Elsa-Brändström-Schule.
Bundestagswahl 2017: Mie Maleen Dickau aus Elmshorn darf mit ihren 17 Jahren wählen – allerdings nur bei der Juniorwahl in der Elsa-Brändström-Schule.

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22. September 2017, 16:26 Uhr

Am Tisch des Wahlvorstands bildet sich eine kleine Schlange. Mie Maleen Dickau legt ihre Wahlbenachrichtigungskarte vor. Ein Blick ins Wählerverzeichnis, dann bekommt die 17-Jahre alte Schülerin den Wahlzettel. CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD oder doch Die Linke? Von Abercron von der CDU oder Rossmann von der SPD? Wer soll direkt in den nächsten Deutschen Bundestag einziehen. Dickau braucht nicht lange, um ihre Erst- und Zweitstimme abzugeben. Sie faltet den Wahlzettel und steckt ihn in die Wahlurne.

An der Elmshorner Elsa-Brändström-Schule (EBS) haben gestern 401 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe ihre Stimmen abgegeben. Die Bundestagswahl am 24. September wurde quasi nachgestellt und so realitätsnah wie möglich durchgespielt.

Juniorwahl heißt das bundesweit größte Schulprojekt, an dem sich in diesen Tagen über 3000 Schulen beteiligen – unter ihnen erneut die EBS, die sich an diesem Projekt auch bei der Bundestagswahl 2013 und der letzten Landtagswahl beteiligt hatte. „Alle Schüler sollen einmal gewählt haben, bevor sie unsere Schule verlassen“, sagt Anita Arlt. Sie unterrichtet unter anderem WiPo an dem Elmshorner Gymnasium und hat gemeinsam mit ihrem Profilkurs die Juniorwahl an der EBS organisiert. „Die Schüler haben das Projekt sehr ernst genommen“, sagt Dennis Rosthal (16), der im Wahlvorstand und als Wahlhelfer an diesem Vormittag für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich ist.

Wie wählt man? Wen wählt man? Demokratie und Wahlen standen in den vergangenen Wochen auf dem Stundenplan. Inhalte von den verschiedenen Parteien wurden von den Schülern wertungsfrei vorgestellt. Meinungsbildung – auch bei der Juniorwahl ein wichtiger Baustein.

Vorbereitung wie bei der echten Wahl: Das Gymnasium hat Wahlurnen und Wahlzettel – mit den Direktkandidaten und Parteien, die im Kreis Pinneberg antreten – erhalten. Die 16- bis 18-Jährigen haben die Chance genutzt, das Wählen in Theorie und Praxis zu lernen.

Die Juniorwahl – sie wird seit 1999 angeboten – trägt Früchte. Wissenschaftliche Studien belegen eine Steigerung der Wahlbeteiligung bei Erstwählern und deren Familien sowie eine Senkung des Nichtwähleranteils von 22 auf unter 7 Prozent.

Das Gesamtergebnis der Juniorwahl wird am Wahlsonntag, 24. September, um 18 Uhr im Internet veröffentlicht. Dann steht fest, wie Deutschlands Jugend politisch tickt. >

www.juniorwahl.de

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