Doping-Prozess : Drogendealer aus Elmshorn vor Gericht

Der im November 2012 verhaftete Elmshorner Sportler habe laut Anklage der Staatsanwaltschaft „enorme Mengen“ an verbotenen Testosteronen, Steroiden und andere muskelaufbauenden Dopingpräparate illegal besorgt und in seinem Sportstudio an andere Athleten veräußert.
Der im November 2012 verhaftete Elmshorner Sportler habe laut Anklage der Staatsanwaltschaft „enorme Mengen“ an verbotenen Testosteronen, Steroiden und andere muskelaufbauenden Dopingpräparate illegal besorgt und in seinem Sportstudio an andere Athleten veräußert.

Der Vorwurf: Organisierter Handel mit Dopingmitteln.

shz.de von
18. November 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Für den illegalen Handel mit Dopingmitteln muss sich der Schwerathlet Hans-Jürgen B. jetzt vor dem Elmshorner Amtsgericht verantworten. Der im November 2012 verhaftete Elmshorner Sportler habe laut Anklage der Staatsanwaltschaft „enorme Mengen“ an verbotenen Testosteronen, Steroiden und andere muskelaufbauenden Dopingpräparate illegal besorgt und in seinem Sportstudio an andere Athleten veräußert. 17 Vorwürfe führte Staatsanwältin Sandra Nehlep in ihrer Anklageschrift auf. Wegen Beihilfe mitangeklagt sind auch B.’s Lebensgefährtin Astrid B. und der Pole und vermeintliche Drogenlieferant Grzegorz P.

Am 1. November 2012 wurden bei einer Großrazzia mit Polizei- und Zollbeamten parallel in 41 Objekten Durchsuchungen vorgenommen und etliche verbotene Aufbaupräparate sichergestellt. Vor allem Hans-Jürgen B. wird nun vorgeworfen, im Zeitraum von Mai bis November 2012 entsprechende Dopingpräparate sowie verschreibungspflichtige Arzneimittel beschafft und diese einerseits selbst benutzt und andererseits als Kopf eines Rings einen „umfangreichen gewerbsmäßigen Handel“ mit diesen Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln betrieben zu haben. Vor allem in seinem Elmshorner Sportstudio soll dies geschehen sein.

Zwischenzeitlich wurden B. nach der Verhaftung weit mehr als 100 Verstöße zur Last gelegt. Zur Anklage kommen derzeit vor dem Schöffengericht nur noch 17 Delikte. B., der wenige Wochen nach der Inhaftierung unter Auflagen aus der Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, äußerte sich  bei der 75-minütigen Anklageverlesung nicht zu den Vorwürfen.

Am Donnerstag, 20. November, sollen vor Gericht Zeugen aussagen. Unter ihnen könnten sich auch Mittäter im vorliegenden Elmshorner Dopingskandal befinden. 30 der Helfer und Helfershelfer sind bereits in vorangegangenen Verfahren zu Geldstrafen verurteilt worden. Ein dritter Verhandlungstag ist für den 27. November angesetzt. Nach Informationen dieser Zeitung ist dann bereits auch mit einem Urteil zu rechnen.

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