Gefesselt und geknebelt : Drei Seniorinnen in Wohnungen überfallen

An zwei Tagen wurden drei Rentnerinnen in ihren Wohnungen überfallen. Zwei von ihnen wurden gefesselt und geknebelt. Einen Täter schnappte die Polizei.

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18. Mai 2012, 09:55 Uhr

Schenefeld/Halstenbek | Drei ältere Frauen sind binnen zweier Tage in ihren Wohnungen im Westen von Hamburg und im benachbarten Schleswig-Holstein überfallen worden. Einen der Täter, einen 22-Jährigen Drogenabhängigen, konnte die Polizei kurz nach der Tat in Halstenbek (Kreis Pinneberg) festnehmen. Wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Bad Segeberg mitteilte, hatte der junge Mann am Dienstagnachmittag eine 76-Jährige mit einem Messer bedroht und die Herausgabe ihres Schmucks gefordert. Mit wenig Beute flüchtete der Täter. Die Frau rief sogleich die Polizei, die einen Tatverdächtigen fasste. Es wurde ein Haftbefehl beantragt.
Am selben Tag wurde eine 87-Jährige in Schenefeld (Kreis Pinneberg) Opfer eines Überfalls. Die Räuber hätten sich unter dem Vorwand, als Mitarbeiter der Wohnungsbaugenossenschaft den Wasserdruck prüfen zu müssen, Zutritt verschafft, teilte die Polizei weiter mit. Sie fesselten die Frau und raubten ihr Schmuck und Bargeld. Erst Stunden später gelang es der Seniorin, sich zu befreien und die Polizei zu alarmieren. Die beiden Täter im Alter von 30 bis 40 und von 20 bis 25 Jahren hätten möglicherweise noch einen Komplizen gehabt, hieß es.
Gefesselt für 25 Euro und eine EC-Karte
Bereits am Montag waren drei Unbekannte mit einem ähnlichen Vorwand in die Wohnung einer 92-Jährigen in Hamburg-Rissen eingedrungen. Die Täter verlangten Geld und schubsten die Frau nach Polizeiangaben zu Boden. Sie händigte ihnen 25 Euro aus. Dann fesselten sie die alte Dame. Einer der Täter knebelte sie und verklebte ihr die Augen mit Klebeband. Die Räuber durchsuchten die Wohnung und stahlen eine EC-Karte. Nachdem die Täter im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gegangen waren, konnte sich die Frau selbst befreien und eine Nachbarin informieren.
Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Taten lagen den Ermittlern nicht vor. Die Polizei warnte eindringlich davor, Fremde unangemeldet in die Wohnung zu lassen. Sollte sich jemand als Handwerker vorstellen, sollte ein Termin vereinbart und Angehörige oder Nachbarn hinzugezogen werden.

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