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Elmshorner Nachrichten

26. September 2017 | 10:58 Uhr

Klaus Dibbern : Dorfpolizist ritt in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Klaus Dibbern, Leiter der Polizeistation Brande-Hörnerkirchen, nimmt Abschied. Sein Nachfolger ist Thork Jewan. Die Personalstärke könnte bald erhöht werden.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Deutlicher konnte Thork Jewan (47) am Freitag nicht verdeutlicht werden, dass die neue Aufgabe alles andere als ein Ruheposten ist, wie manch ein Elmshorner Kollege gelästert hatte: Ständig klingelte das Dienst-Handy. Der Großbrand in Itzehoe wirkte sich bis in den Norden des Kreises Pinneberg aus. Dabei ist Jewan noch gar nicht offiziell im Amt. Das wird er erst am 1. Mai sein. Er wird Nachfolger von Klaus Dibbern (60). Der wurde in den Ruhestand verabschiedet. Und das auf ganz besondere Weise: Mit einem Freund und Kollegen aus früheren gemeinsam Tagen der schleswig-holsteinischen Reiterstaffel ritt der scheidende Dorfpolizist durch Brande-Hörnerkirchen.

Carsten Rapp, Leiter des Elmshorner Polizeireviers, zu dem die Station Brande-Hörnerkirchen gehört, war mit seinem Stellvertreter Hartwig Ridder gekommen, um Dibbern zu verabschieden. „Ich bin froh, dass mit Thork Jewan jemand den Posten übernimmt, der gut ins Bild passt“, sagte Rapp. Denn dass die Station erhalten bleibt, war angesichts zahlreicher Schließungen von kleinen Polizeistationen im Land alles andere als selbstverständlich.

Unter anderem die Tatsache, dass der Zuständigkeitsbereich mit rund 4000 Hektar sehr groß ist, dass die Zahl der rund 4500 Einwohner, die in dem Bereich leben, wahrscheinlich noch steigen wird sowie der geplante A20-Anschluss Bokel hätten die Leitung der Polizeidirektion überzeugt, dass die Station erhalten werden müsse, so Rapp und Ridder. Mehr noch: Die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Ein-Mann- eine Zwei-Mann-Station wird, ist groß. „Die Tendenz geht dahin, konkrete Planungen sind noch verfrüht, aber es wäre sehr schön“, sagte Rapp.

Arbeit für zwei Polizisten sei genug da. Jewan ist künftig für die Anliegen der Bürger aus den Gemeinden Brande-Hörnerkirchen, Bokel, Westerhorn und Osterhorn da.

„Ich bin ein Junge vom Dorf, nach 25 Jahren im Großrevier Elmshorn werde ich nun Dorfschutzmann. Ich bin froh, das der Chef das ermöglicht hat und ich hier sein darf“, sagte Polizeihauptmeister Jewan, der in Dägeling geboren wurde und mittlerweile in Looft, ebenfalls im Kreis Steinburg, mit Frau und Hund lebt.

In seiner neuen Dienststelle erwartet ihn eine breite Palette von Polizeiarbeit. Während es in Elmshorn für viele Aufgaben Spezialisten gibt, liegt in Brande-Hörnerkirchen vieles in einer Hand. „Für einen Berufsanfänger wäre das nicht das Richtige“, sind sich deshalb Dibbern und Jewan einig.

Kommissar Klaus Dibbern, der begeisterte Pferdefan, kam nach der Auflösung der schleswig-holsteinischen Reiterstaffel 1995 nach Elmshorn und 2010 nach Brande-Hörnerkirchen. Dort gefiel es ihm ausgesprochen gut. „Es macht viel Spaß. Hier ist es nicht anonym, man kennt sich und das hilft bei den Ermittlungen“, sagt er.

Und dass Polizisten beschimpft oder gar tätlich angegriffen werden, „das gibt es hier nicht“, berichtet der verheiratete Vater von drei Kindern, der sich nun nach 43 Jahren aus dem Polizeidienst verabschiedet.

Und weil Dibbern und Reiten untrennbar verbunden sind, kamen auch bei seinem Abschied Pferde zum Einsatz. Gemeinsam mit Jörg Wischnewski, mit dem er einst bei der Reiterstaffel im Einsatz war, gab es einen Abschiedsritt durchs Dorf. Die Pferde kamen allerdings vom Elmshorner Reiterhof Dose-Dibbern.

Einen Abschiedsritt wird es bei Jewan nicht geben. Der würde zwar gern bis zu seiner Pensionierung in Brande-Hörnerkirchen bleiben. „Ich reite aber nicht, ich fahre Motorrad“, sagt er.

Klaus Dibbern ist ganz sicher, keine Langeweile im Ruhestand zu haben: „Auf dem Reiterhof gibt es viel Arbeit und ich bin Vorsitzender des Kreisreiterbunds.“

Und auch Thork Jewan wird nicht unter Arbeitsmangel leiden. Schließlich ist er künftig für rund ein Viertel der Fläche des Elmshorner Polizeireviers zuständig.

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