Hörnerkirchen : Dorfbücherei versorgt die Region

Ilona Mölln leitet seit 1979 die Bücherei in Hörnerkirchen. Foto: caw
Ilona Mölln leitet seit 1979 die Bücherei in Hörnerkirchen. Foto: caw

Ilona Mölln leitet seit über 30 Jahren die Bibliothek in Brande-Hörnerkirchen. 6000 Werke stehen zur Auswahl.

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22. März 2013, 09:04 Uhr

Hörnerkirchen | Eine Buchhandlung gibt es in Hörnerkirchen nicht. Wer im Amtsbezirk nach Lesestoff sucht, steuert in aller Regel zielsicher die örtliche Grundschule an. Gleich rechts neben dem Haupteingang liegt die Schulbücherei, die allen Einwohnern offen steht. Empfangen werden die Besucher von Ilona Mölln. Die Schulsekretärin leitet seit über drei Jahrzehnten die Bücherei. Spaß mache ihr das Ehrenamt nach wie vor, versichert die 59-Jährige, und ihre lesehungrigen Besucher danken es ihr Woche für Woche.

Dabei sind die Öffnungszeiten eng begrenzt. Gerade einmal für zwei Stunden öffnet die Bücherei ihre Pforten. Immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Über die Jahre hat sich ein fester Besucherstamm gebildet. "70 Erwachsene und 55 Kinder und Jugendliche kommen regelmäßig", verrät Mölln. Die Ausleihbücher gibt es kostenlos. Ein Grund mehr also, warum sich viele Bücherei-Besucher gleich im Dutzend mit neuem Lesestoff eindecken. Rund 6000 Werke stehen zur Auswahl. In den Regalen warten Krimis, historische Romane, Sach- und Kinderbücher auf eifrige "Leseratten".

Bekannte Autoren wie Charlotte Link oder Dan Brown sind mit eigenen Bereichen vertreten. Und schon für die Leseanfänger stehen unzählige Bücher bereit. Gleich links neben Ilona Möllns Empfangsecke steht ein Tisch mit neuen Werken und solchen, die gerade "in" sind. Skandinavische Krimis, Nora Roberts und der "Macho Man" scheinen derzeit hoch im Kurs zu stehen. Die sieben Bände von Harry Potter sind hingegen in ein unscheinbares Regal gewandert. Von Dieter Bohlens Biografie und Hape Kerkelings Wanderbuch spricht längst keiner mehr.

Über zwei Drittel aller Hörnerkirchener Bücherei-Besucher sind weiblich. "Frauen lesen eben mehr", sagt Mölln. Wobei nicht nur die typischen Frauenromane gefragt seien, sondern auch zunehmend Thriller. "Männer lesen noch immer vorrangig Krimis oder historische Romane." Wer ein spezielles Buch sucht und in der Bücherei nicht fündig wird, der darf auch gern Wünsche äußern. Finanziert wird die Einrichtung mit Haushaltsgeldern des Amtes Hörnerkirchen. 3000 Euro wurden jüngst bereitgestellt. Woche für Woche werden bis zu 300 Bücher ausgeliehen. Genutzt wird die Bücherei übrigens auch von der Schule. "Die Lehrer kommen gern vorbei und holen sich Lesestoff für ihre ganze Klasse", sagt Mölln.

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