Defektes Rettungsboot : DLRG Elmshorn hat einen Ersatzmotor in Aussicht

Das Rettungsboot der DLRG in Aktion. Damit es auch zukünftig eingesetzt werden kann, soll es mit einem neuen Motor ausgestattet werden.
Das Rettungsboot der DLRG in Aktion. Damit es auch zukünftig eingesetzt werden kann, soll es mit einem neuen Motor ausgestattet werden.

Hoffnung für die Lebensretter. Saison 2015 und Wachdienst in Kollmar wären damit gerettet.

shz.de von
15. Januar 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn/Kollmar | Das jüngste Fahrzeug von 1996, der Motor des Rettungsbootes mit Totalschaden, die Mitgliederzahlen weiter auf niedrigem Niveau und kein Vorsitzender in Sicht. Die DLRG Elmshorn geht buchstäblich am Stock − und das mit möglicherweise weitreichenden Folgen, denn die Wasserretter übernehmen neben Einsätzen auf der Krückau von Mai bis September auch den Wachdienst in Kollmar. Und gibt es kein einsatzfähiges Boot, kann die DLRG diesen nicht mehr leisten. Doch seit kurzem besteht wieder Hoffnung. Der Katastrophenschutz des Kreises Pinneberg hat dem Verein einen neuen Motor in Aussicht gestellt.

18 Jahre alt ist das Rettungsboot mit dem die DLRG zu Einsätzen  auf die Elbe fahren kann. „Mittlerweile zeigt es die eine oder andere Macke“, sagt Björn Leuschner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Das ist zurückhaltend ausgedrückt, denn der Motor ist defekt. „Ein Totalschaden“, so Leuschner. Zwar laufe er derzeit noch, doch niemand wisse wie lange. DLRG-Chef Björn Scholz hatte bereits im November in unserer Zeitung  gewarnt: „Das Boot ist nicht mehr zu retten. Wir können nur hoffen, dass es noch möglichst lange fährt – aber eine Garantie, ob es das nächste Jahr noch übersteht, kann ich nicht geben.“ Die Folgen wären weitreichend: „Für die Wasserrettungswache in Kollmar ist das Boot wesentlich“, erläutert Leuschner. Und auch für die schnelle Einsatzgruppe sei es eine Grundvoraussetzung. „Diese Aufgaben können wir ohne das Rettungsboot nicht sicherstellen“, so Leuschner.

Ein neuer Motor − besser noch ein neues Rettungsboot − müssen also her. Und es besteht Hoffnung: Laut Leuschner plant der Katastrophenschutz des Kreises Pinneberg, einen neuen Motor zu kaufen und diesen der DLRG zur Verfügung zu stellen. „Dafür haben wir eine mündliche Zusage“, so Leuschner. Spätestens Anfang März soll der Motor kommen − und damit rechtzeitig zum Beginn der Saison in Kollmar.

Erstes Aufatmen also bei der DLRG. „Wir sind sehr froh, das ist eine schöne Sache“, sagt Leuschner. Und weiter: „Damit wäre die Saison 2015 gesichert, wir könnten den Zweckbetrieb sicherstellen.“ Doch der DLRG-Vertreter warnt sogleich: „Das ist nur eine Übergangslösung.“ Die DLRG brauche ein neues Rettungsboot. Hintergrund dafür sei nicht nur das Alter des derzeitigen Bootes, sondern auch die geänderten Anforderungen. So würden die Sportschiffe immer größer und auch das Wetter habe sich in den vergangenen Jahren verändert, so Leuschner. „Das Boot kommt schnell an seine Grenzen.“ Entsprechend müsse das neue auch größer und leistungsstärker sein.

Schwimmwesten, Leinen und Erste-Hilfe-Koffer müssen ersetzt werden

Auf 80.000 Euro beziffert der Verein die Kosten für eine Neuanschaffung. Die Summe beinhaltet neben dem Boot auch sämtliche Ausrüstung. Denn auch Schwimmwesten, Leinen und Erste-Hilfe-Koffer müssen ersetzt werden. Ursprünglich rechnete man bei der DLRG sogar mit Kosten in Höhe von 100.000 Euro. Doch nachdem nun Preise angefragt und diese verglichen wurden, habe man die Zahlen nach unten korrigieren können, so Leuschner. Die Finanzierung soll über die Rothermann-Stiftung und den Strukturfonds der DLRG erfolgen. Doch diese Unterstützung werde nicht ausreichen, so Leuschner. Die DLRG hofft deswegen auf Spenden, hat unter anderem bereits Info-Flyer verteilt. „Wir sind noch am Anfang“, so Leuschner. Man wolle zunächst mit den Spenden eine Grundlage schaffen, um anschließend die Stiftungsgelder zu beantragen. Derzeit plane der Verein, bis Anfang 2016 einen finanziellen Sockel aufgebaut zu haben.

Doch nicht nur das Boot bereitet Sorgen. Auch der Fuhrpark ist in die Jahre gekommen. Das jüngste Fahrzeug ist von 1996, das älteste stammt aus dem Jahr 1980. „Zwar fahren noch alle, aber es gibt erhebliche Gebrauchsspuren“, sagt Björn Leuschner. Doch an Neuanschaffungen sei derzeit nicht zu denken.

Und auch an Ehrenamtlern mangelt es auf immer mehr Positionen. Derzeit wird händeringend nach einem Kandidaten für den Vereinsvorsitz gesucht. Ina Düsel musste das Amt im vergangenen Jahr wegen gesundheitlicher Probleme abgeben. Seitdem hat Björn Scholz kommissarisch die Leitung inne. Dieser machte nun aber klar, dass Anfang März definitiv Schluss sei. Und laut Björn Leuschner sei kein Nachfolger in Sicht. „Das ist eine riesen Baustelle“, so der Pressesprecher. Denn: Kein Vorsitz, kein Verein. Doch Leuschner beruhigt. „Ich bin zuversichtlich, dass es weitergehen wird.“

Gut 650 Mitglieder zählt die Elmshorner DLRG derzeit. Ein „weiterhin niedriger Wert“, so Leuschner, für einen Verein, der unter anderem mit Kinderschwimmen, Aqua-Jogging und der Ausbildung von Rettungsschwimmern ein sehr breit gefächertes Angebot besitze.

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