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Elmshorn : Diskussionsabend der Kooperation Interkultureller Sozial- und Bildungsarbeit

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Schicksal der Flüchtlinge im Blick: Heute Diskussionsabend der Kooperation Interkultureller Sozial- und Bildungsarbeit Elmshorn (KIESEL) im Rathaus.

Elmshorn | Unter dem Motto „Menschen brauchen Perspektiven!“ lädt die Kooperation Interkultureller Sozial- und Bildungsarbeit Elmshorn (KIESEL) für Donnerstag, 26. März, alle Bürger ins Elmshorner Rathaus ein. Ab 18 Uhr steht dort die Frage „Was macht Elmshorn zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingen?“ im Mittelpunkt des Geschehens.

Dabei sollen Informationen ausgetauscht, Diskussionen gestartet und vor allem Menschen zum Mitmachen animiert werden. „Gerade in diesen Wochen, in denen zahlreiche Flüchtlinge aus den Krisengebieten wie Syrien und Irak nach Elmshorn gekommen sind, ist es wichtig eine Bestandsaufnahme der Situation zu machen und auszuloten, wo noch weitere Potenziale für unsere Arbeit liegen“, betont Allegra Tekleab von der Koordinierungsstelle Integration, die während der Veranstaltung im Kollegiumssaal die Moderation übernimmt.

Das Wichtigste sei es, den Flüchtlingen von Anfang ihres Aufenthalts an zur Seite zu stehen. „Die Menschen sind da und man muss ihnen sofort das Gefühl geben, dass man sich um sie kümmert. Wenn über lange Zeit nichts passiert, ist das sehr negativ, denn warten macht die Menschen verrückt“, betont Elwira Flohr vom Diakonie-Verein Migration Pinneberg. In dieser Hinsicht sei das, was in Elmshorn passiert im Vergleich zu manch anderer Kommune in Deutschland bereits überaus lobenswert. „In finanzieller Hinsicht und vor allem auch, was die Unterbringung der Flüchtlinge betrifft, hat Elmshorn schon viel geleistet“, so Tekleab.

Sehr positiv sei dabei die Tatsache zu bewerten, dass die Menschen dezentral in diversen Wohnungen über das gesamte Stadtgebiet verteilt eine Bleibe fanden. Doch es gibt jeden Tag weitere Aufgaben zu bewältigen, für die noch mehr Hilfen und Kooperationspartner erforderlich sind. „Es müssen Perspektiven für die Betroffenen entwickelt werden, wozu vor allem auch die sprachlichen Voraussetzungen zu schaffen sind“, erklärt Ute Köhler von der Volkshochschule (VHS) Elmshorn. Kein leichtes Unterfangen, denn dafür sind weitere Gelder zu generieren, die die Teilnahme an Integrationskursen ermöglichen. Auch sei es schwierig die höchst unterschiedlichen Bildungsgrade bei den Flüchtlingen unter einen Hut zu bringen.

Viele gutausgebildete Menschen

„Es ist bemerkenswert, dass bei den Flüchtlingen relativ wenige Personen dabei sind, die von der Bildung her im Mittelfeld anzusiedeln sind. Hauptsächlich haben wir es mit sehr gut ausgebildeten Menschen zu tun wie beispielsweise drei Ärzten aus Syrien sowie mit sehr vielen, die weder lesen noch schreiben können. Das trifft vor allem auf Frauen aus dem Iran zu“, so Köhler, die die bisherige Wirkung aller geleisteten Hilfen lediglich als einen „Tropfen auf den heißen Stein“ bewertet.

Nichtsdestotrotz zeige sich aber viel Bewegung bei KIESEL. „Immer mehr Einrichtungen kommen auf uns zu. KIESEL entwickelt sich immer mehr zur Kontaktbörse“, sagt Tekleab. Doch das Netzwerk müsse noch weiter intensiviert und ausgebaut werden. Viele Problembereiche, wie beispielsweise der richtige Umgang mit traumatisierten Kindern, bedürfen ebenfalls einer zeitnahen Lösung. Um weitere Steine ins Rollen zu bringen, hat KIESEL daher mehrere Gäste zu der heutigen Veranstaltung im Elmshorner Rathaus eingeladen.

Außer dem „Willkommensteam Elmshorn“ werden Dirk Moritz (Stadtrat Elmshorn), Andrea Dallek (Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein), Karen Wurr-Feldmann (VHS Elmshorn) und Ludger Fischer (Diakonieverein Migration) erwartet.

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erstellt am 26.Mär.2015 | 16:00 Uhr

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