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Elmshorner Nachrichten

23. August 2017 | 10:47 Uhr

Elmshorn : Diesmal ganz auf Nummer sicher

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Drei Jahre nach der Zerstörung: Plastik „Portato“ bekommt neuen Standort im Pavillon des Elmshorner Torhauses.

Alles ist gut. Und trotzdem wirkt Christel Storm, Chefin des Elmshorner Kunstvereins, besorgt: Sie beklagt, dass Kunst im öffentlichen Raum nicht vor Zerstörung sicher ist. Deshalb kann die gerade wiederhergestellte Plastik „Portato“ nicht erneut im Skulpturengarten am Probstendamm aufgestellt werden. Das Objekt wird künftig – geschützt vor Vandalismus – im Pavillon des Torhauses stehen. Zweimal war die Arbeit des Elmshorner Kreiskulturpreis-Trägers Thomas Karp zerstört worden. Lange fehlte das Geld für einen Neuguss. Dass das Werk schließlich gerettet werden konnte, ist der Anstrengung Vieler zu verdanken.

Als Baustein des Elmshorner Skulpturengartens war die im Jahr 2000 entstandene Plastik „Portato“ auf einem natürlichen Sockel unweit des Torhauses platziert worden. Thomas Karp hatte aus klarem Kunststoff und schwarzem Stein (Diabas) eine Arbeit mit starkem Bezug zum Standort geschaffen: der Stein symbolisiert die Krückau, das rippenartig aufstrebende Kunststoffgewölbe, Spundwände, Mauerwerk und überhängende Bäume am Fluss.

Jahrelang war „Portato“ eines der stärksten und am meisten beachteten Stücke im Skulpturengarten – bis es zum Ziel der Zerstörungswut Unbekannter wurde. Zweimal – zuletzt im Mai 2010 – traten die Täter mehrere der Kunststoffrippen der Plastik weg, nahmen sie mit oder ließen sie einfach liegen. Die erste Reparatur war für den Kunstverein als Träger des Skulpturenparks ein enormer Kraftakt. Nach der zweiten massiven Beschädigung spielte die Versicherung nicht mehr mit: Der Standort war zu unsicher. Was von „Portato“ übrig war, wurde eingelagert.

„Ich wollte nicht, dass das Werk auf dem städtischen Bauhof verrottet“, sagt Christel Storm. Der Kunstverein startete eine Initiative zur Rettung des Kunstwerks. Mit Erfolg. Dank der Mithilfe der Sparkasse Elmshorn (2500 Euro Spende), der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und der Mitglieder des Kunstvereins war schließlich genug Geld da, um den rund 7000 Euro teuren Neuguss beim „Kunststoffvertrieb Nord“ in Barmstedt bezahlen zu können. Unter anderem Versteigerte Künstler Anders Petersen einen signierten „Mecki“-Druck seines Vaters Wilhelm Petersen und das beim Elmshorner Stadtlauf erfolgreiche Team des Kunstvereins spendete die Siegprämie von 1000 Euro. Christel Storm: „Allen Spendern gilt unser herzlicher Dank.“ Morgen feiert der Kunstverein die Aufstellung der Plastik „Portato“ im neuen, diesmal sicheren Raum. Auch Künstler Thomas Karp wird bei der kleinen Feierstunde am Vormittag dabei sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 13.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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