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Elmshorner Nachrichten

20. September 2017 | 00:43 Uhr

Diese Schraffur hilft gegen Unfälle

vom

Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein erprobt auffälligere Fahrzeuge in Elmshorn / Bundesweit fast einmalig

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Elmshorn | Eigentlich ist die Veränderung minimal. Tatsächlich kann sie Leben retten. Denn: Auffällig ist sie allemal, die gelb-rote Schraffierung, die an zwei Fahrzeugen der Rettungswache in Elmshorn angebracht wurde. Bundesweit ist das beinahe einmalig.

Und eben ums Auffallen geht es. "Wenn wir mit dem Fahrzeug nachts am Straßenrand stehen, sieht man die stark reflektierende Schraffur sofort", sagt Armin Berg-Mohr, der stellvertretende Leiter der Elmshorner Rettungswache. So können andere Autofahrer noch schneller auf Einsatzstellen aufmerksam werden - und rechtzeitig reagieren. Damit sinkt die Gefahr von Folgeunfällen, was auch bei Einsätzen auf der Autobahn enorm wichtig sei. "Damit haben wir einen deutlichen Sicherheitsvorsprung", sagt Berg-Mohr.

Eine simple Veränderung, die in anderen europäischen Ländern - wie etwa den Niederlanden, Schweden und England - längst zum Standard gehört. Um die Folien auf den Fahrzeugen überhaupt anbringen zu dürfen, musste die Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) zunächst eine generelle Ausnahmegenehmigung des Verkehrs- und Sozialministeriums beantragen. Ende 2012 wurde diese erteilt - damit ist Schleswig-Holstein das zweite Bundesland, das die reflektierenden Folien nicht nur für Feuerwehrfahrzeuge, sondern auch für den Rettungsdienst genehmigt hat.

Noch sind allerdings nur zwei von fünf Fahrzeugen auf der Elmshorner Wache mit der Schraffur ausgerüstet. Dabei handelt es sich um die beiden neuesten Anschaffungen: das Notarzt-Einsatzfahrzeug und ein Krankentransportwagen. "Wir hoffen, dass sämtliche Neuanschaffungen mit der Schraffur ausgerüstet werden", sagt Berg-Mohr.

Übrigens bietet der neue Krankentransportwagen für die Mitarbeiter der RKiSH erhebliche Entlastungen: So ist die Fahrtrage, auf der Patienten transportiert werden, mit einer Elektrohydraulik ausgestattet. Damit kann die Trage ohne Kraftaufwand aus und in den Wagen geschoben und auf die benötigte Höhe eingestellt werden. Ebenfalls an Bord ist ein Tragestuhl, der Treppen nahezu selbstständig meistert. So wird der Kraftaufwand minimiert und der Rücken der Rettungsassistenten geschont.

"Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Prototypen, der in Elmshorn erprobt wird", erläutert Norbert Wunder, der Leiter der Elmshorner Rettungswache. "Wir überprüfen, ob wir ihn gut einbinden können." Mit dem Fahrzeug werden ausschließlich nicht akut Verletzte transportiert, "dennoch kann es vorkommen, dass das Fahrzeug an eine Unfallstelle geschickt wird", sagt Wunder - allerdings nur, wenn es ohnehin in der Nähe ist und so noch schneller Ersthelfer zur Stelle sein können.

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