Horst : Die Zukunft des Museums ist ungewiss

Klassische Rennräder aus lange vergangenen Zeiten gibt es im Museum zu sehen.
Foto:
Klassische Rennräder aus lange vergangenen Zeiten gibt es im Museum zu sehen.

Auf dem Hof von Jan Mohr befindet sich das Fahrradmuseum des Vereins Rückenwind.

shz.de von
27. März 2017, 15:30 Uhr

Horst | Etwas versteckt liegt der alte Bauernhof von Jan Mohr. Ein Besuch lohnt sich jedoch allemal. Einige Bereiche seines Hofes dienen heute der Ausstellung historischer Fahrräder. Früher war das Museum noch ein Kuhstall mit Melkstation. Und genau das trägt zum besonderen Ambiente bei, das das Museum mit Werkstatt im Stil der 30er- bis 50er-Jahre, prägt.

André Konietzko, einer der insgesamt sechs Betreiber des Fahrradmuseums, hat die Räume liebevoll umgestaltet. Beim Betreten des alten Stalls durch eine kleine grüne Holztür ist gleich zu sehen, mit wie viel Herz die historischen Drahtesel zusammengestellt wurden. Hier beginnt eine Zeitreise: „Jedes Fahrrad hat seine ganz eigene Geschichte,“ erklärt Konietzko. Dabei verweist er auf ein Ausstellungsstück von 1945. „Der Herr auf dem Bild, das über dem Fahrrad hängt, ist Erhard Böer. Er flüchtete Ende des Zweiten Weltkriegs mit seinen beiden Söhnen auf diesem Rad in den Westen“, erklärt Konietzko und lenkt danach den Blick auf ein anderes Ausstellungsstück: „Und mit diesem alten Fahrrad war Familie Thee damals gerade unterwegs, als der zweite Weltkrieg ausbrach.“

Der Fahrradliebhaber sammelt seit 1999 die historischen Räder. Es ist nahezu alles zu finden, was es an Fahrrädern und Zubehör im letzten Jahrhundert gab. Fahrräder aus aller Welt, wie das Tourenrad aus den 30er-Jahren, Bonanza, Falträder, Rennräder, Transporträder. Und auch spezielle Räder wie das Fallschirmspringrad aus dem Vietnam-Krieg oder das alte Fahrrad der Politikerin Heide Simonis machen die Besichtigung zu einem besonderen Erlebnis. Genauso interessant ist das Zubehör, wie alte Fahrradlampen und Flickzeugdosen. Die Werbeschilder und Bilder vergangener Tage lassen die alte Zeit aufleben. Während der Museumsführung berichten André und sein Sohn Philipp Konietzko ausführlich über die regionale Fahrradkultur und alte Traditionen. Und von den erstaunlichen Touren, welche die Fahrradgruppe Rückenwind unternommen hat.

Das Fahrradmuseum wurde am 6. Mai 2006 von den Mitgliedern der Gruppe gegründet. Genauer gesagt von der Classic Sparte. Die Zukunft des Museums ist jedoch unsicher. Zumindest, was die Räumlichkeiten der Ausstellung betrifft. Hausherr Jan Mohr überdenkt derzeit, wie sein Hof zukünftig genutzt werden soll. Wer das Museum noch besuchen möchte, sollte nicht zu lange zögern.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen