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Einsatzrekord in Elmshorn : Die Wehr, ein Erfolgsmodell

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ein Drittel aller Tageseinsätze übernommen: Drei zusätzliche hauptamtliche Gerätewarte entlasten die Ehrenamtler.

von
erstellt am 20.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Bürgermeister Volker Hatje ist überzeugt: „Hätten wir als Stadt nicht reagiert, gebe es bestimmt schon die ersten Austritte.“ Die Entscheidung, die Zahl der hauptamtlichen Gerätewarte von drei auf sechs aufzustocken, sei goldrichtig gewesen. „Die Freiwillige Feuerwehr war an der Grenze der Belastbarkeit angelangt“, betont Hatje. Auch Wehrführer Stefan Mohr ist hochzufrieden. Das neue Modell habe die erhoffte spürbare Entlastung gebracht.

Seit August 2012 sind die drei neuen Hauptamtler im Dienst. Und die Bilanz nach dem ersten Jahr fällt überaus positiv aus. 33 Prozent von 258 Einsätzen in der kritischen Zeit für die ehrenamtlichen Kräfte konnten von den Gerätewarten 2013 abgefedert werden. Die kritische Zeit: das ist wochentags zwischen 7 und 17 Uhr, wenn die 108 aktiven Ehrenamtler ihrem eigentlichen Beruf nachgehen. Einsätze in den Abendstunden und nachts seien kein Problem. „Dafür sind wir Ehrenamtler“, betont Mohr. Durch die steigenden Einsatzzahlen war die Grenze tagsüber aber erreicht. „Wir sind froh über die massive Entlastung“, sagt Mohr insbesondere mit Blick auf die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres. Denn nach 2012 gab es den nächsten Einsatzrekord: 626-mal musste die Feuerwehr ausrücken.

Die Ehrenamtler hätten zunehmend Probleme mit ihren Arbeitgebern bekommen. „Zum Glück sind die Firmen sehr entgegenkommend. Aber wenn ein Mitarbeiter zum Teil mehrmals am Tag vom Arbeitsplatz weg muss, hört irgendwann jedes Verständnis auf“, betont der Wehrführer. Die Entscheidung der Stadt, jedes Jahr zusätzlich 140 000 Euro in die Personaldecke der Wehr zu investieren, sei ein wichtiges Signal an die Arbeitgeber gewesen. Die Feuerwehrleute seien nicht nur durch die 84 kleinen Einsätze entlastet worden, die von der hauptamtlichen Crew tagsüber komplett allein übernommen werden konnten. „Auch bei etwas größeren Einsätzen müssen jetzt nicht mehr so viele Ehrenamtler alarmiert werden wie früher“, sagt der Wehrführer. Die Entlastung ist laut Mohr nicht nur bei den Einsätzen zu spüren. Auch in den Bereichen Brandschutzerziehung und bei Besichtigungen von Alarmsystemen in Betrieben wurden insgesamt 250 ehrenamtliche Arbeitsstunden im Jahr eingespart, da diese Aufgaben nun von Hauptamtlern übernommen werden.

Mohr ist überzeugt, dass sich andere Freiwillige Feuerwehren ein Beispiel an Elmshorn nehmen werden. „Unser Modell hat sich bewährt. Andere Wehrführer haben schon angefragt“, berichtet Elmshorns Feuerwehr-Chef. Eine weitere Aufstockung sei erst einmal nicht erforderlich. Und laut Bürgermeister auch nicht angedacht. „Wir wollen keine Berufsfeuerwehr“, betont Hatje.

Die drei neuen Gerätewarte haben sich bestens in die Wehr integriert. Cornel Zöpfgen ist einer von ihnen. Der Baden-Württemberger war wegen der Stelle 2012 nach Elmshorn gezogen. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der 24-Jährige, der zuvor bei seiner Heimatwehr ehrenamtlicher Gerätewart war.

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