Die Vermessung Elmshorns

Auch über die Arbeitsweisen der Kartierung gibt das Museum Auskunft. Ein großer Zeichentisch macht die Herstellung der Karten in der Vorstellung noch greifbarer.  Fotos: Schmuck
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Auch über die Arbeitsweisen der Kartierung gibt das Museum Auskunft. Ein großer Zeichentisch macht die Herstellung der Karten in der Vorstellung noch greifbarer. Fotos: Schmuck

Im Industriemuseum wurde die Sonderausstellung „Stadtplan und Katasterkarte“ eröffnet

shz.de von
31. August 2018, 17:25 Uhr

Wie sah Elmshorn einmal aus? Wie hat sich die Stadt im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert? Diesen Fragen kann nun jeder nachgehen, der dem Industriemuseum Elmshorn einen Besuch abstattet und einen Blick auf die historischen Karten wirft, die dort im Zuge der Sonderausstellung „Stadtplan und Katasterkarte – Die Vermessung der Stadt“ zu sehen sind.

Präzise coloriert wirken die Karten, die von Museumsleiterin Bärbel Böhnke und Kuratorin Katharina Steinebach zusammengestellt wurden: Fast wie eigene Kunstwerke, doch leisten sie natürlich mehr. „Man kann sie als historische Quellen nutzen“, erklärt Steinebach, „Technische Neuerungen sind auf den Karten nachvollziehbar.“ So zeigt eine Karte von 1858 erstmalig das neu ausgebaute Eisenbahnnetz der Stadt. Ob nun neue Häuser, Straßenläufe oder die Begradigung der Krückau – jede Veränderung des Stadtbildes lässt sich auf den historischen Karten erkennen, die Elmshorn und seine Umgebung bis ins Jahr 1559 darstellen. Aber nicht alle Abbildungen sind so zuverlässig. Militärische Karten bilden die Wirklichkeit teilweise nicht ganz akkurat ab: „Man wollte dem Feind kein Detailwissen liefern“, weiß Steinebach. Auch diese speziellen Karten lassen sich im Museum entdecken, das den Großteil seines Materials, darunter auch viele Originale, der Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein verdankt.

Dagmar Teten, stellvertretende Vorsitzende der Katasterabteilung Elmshorn, sprach bei der Eröffnung und führte die Besucher durch die Geschichte der Kartierung und im Speziellen der Katasterämter Schleswig-Holsteins: „Wir haben unser Herzstück hierhergebracht.“ Dass die Arbeit des Landesamtes nun ein wenig ins Licht der Öffentlichkeit tritt, freut sie sehr: „Alle sollen einen Nutzen von unserer Arbeit und unseren Daten haben.“

Aber nicht nur Karten sind Teil der Ausstellung, auch allerhand Gerätschaften, die im Laufe der letzten 150 Jahre Landvermessungsgeschichte zum Einsatz kamen, lassen sich aus der Nähe bewundern: Messstangen, ein altes Maßband, Logarithmentafeln, eine Rechenwalze und Rechenmaschine, Werkzeuge zur Höhenmessung und Winkelberechnung und spezielle Tusche, mit der man die Zeichnungen auf Transparentfolien auftragen konnte.

Ein wenig verwundert bestaunt Karin Viehtheer eine Karte, die mit „Emporium Hamburgum“ beschrieben ist und den Verlauf der Elbe im Gebiet Hamburg zeigt. „Elmshorn ist unterhalb der Elbe eingezeichnet“, weiß auch Steinebach. Es kam eben immer auf den Standpunkt an und darauf, was man darstellen wollte.

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