Stadtumbau Elmshorn : Die Tiefgarage ist vom Tisch – Platz für 96 Autostellplätze gesucht

Das städtische Areal an der Berliner Straße ist eine Option für den Bau einer Quartiersgarage.
Das städtische Areal an der Berliner Straße ist eine Option für den Bau einer Quartiersgarage.

Weil noch offen ist, wo Parkplätze geplant werden können, wird sich der Rathausneubau weiter verzögern.

von
30. Mai 2018, 14:00 Uhr

Elmshorn | 30,5 Millionen Euro soll das neue Rathaus im Herzen der Stadt Elmshorn kosten. Doch fünf Millionen Euro können die Bauherren wieder abziehen. So teuer sollte die Tiefgarage mit 96 Stellplätzen unter dem Gebäude sein. Doch die Tiefgarage ist tot. Sie wurde am Montagabend im Ausschuss für kommunale Dienstleister von Rot-Grün beerdigt – „und zwar endgültig“ wie die SPD-Abgeordnete Dörte Köhne-Seiffert betonte. Damit ist das wochenlange Tauziehen um den Bau der Tiefgarage, das sich gleich in mehreren Ausschüssen wiederholte, beendet.

„Fünf Jahre verschenkte Zeit“

Die CDU stimmte gegen den gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen. CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt plädierte vergeblich dafür, diese wichtige Entscheidung in den neuen Stadtumbau-Ausschuss zu verweisen. „Das war eine betonharte Entscheidung von Rot-Grün“, betonte Neufeldt. Denn im neuen Stadtverordnetenkollegium hätten Grüne und Sozialdemokraten keine Mehrheit, um die Tiefgarage zu verhindern „Fünf Jahre verschenkte Zeit“, wetterte Parteikollege Edgar Konetzny. Es gebe kein stichhaltiges Argument gegen eine Tiefgarage. Jens Petersen (FDP) formulierte es noch schärfer: „Die Politik hat versagt. Wir haben Zeit verplempert.“

Zeit: Auch für die Stadtverwaltung der entscheidende Faktor: Der Architekt kann zwar mit der Planung des Rathauses ohne Tiefgarage beginnen. Aber für einen Bauantrag muss dezidiert feststehen, wo die 96 Stellplätze im Quartier entstehen sollen. Davon hängt laut Verwaltung auch die Freiraum- und die gesamte Verkehrsplanung für das Gebiet ab. Zudem muss Kiel als Fördergeldgeber den geänderten Elmshorner Plänen zustimmen. Das könnte 1,5 Jahre dauern.

Schon bei den Tiefbauarbeiten zum Haus der Technik gab es Probleme

Die  SPD verwies darauf, dass die Partei einer Tiefgarage nie zugestimmt habe. „Es ist auch grober Unfug, dass diese Lösung die wirtschaftlichste ist“, betonte Christopher Werner. Die Risiken in Bezug auf den Baugrund seien zu groß. Natürlich schweben die Erfahrungen mit dem Haus der Technik – der Bau musste gestoppt werden, nachdem Arbeiter erkrankt waren – wie ein Damoklesschwert über dem Sanierungsgebiet. Sven Herrmann (Grüne) betonte, dass der Bau der Tiefgarage mit den großen Rampen dem Leitmotiv widerspreche, den motorisierten Verkehr im Quartier zu reduzieren und die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.

Keine Frage: Bürgermeister Volker Hatje ist zumindest froh, dass es jetzt endlich eine Entscheidung gibt. „Wir wollen endlich loslegen, in die Umsetzung gehen.“ Elmshorn soll nicht zu der Stadt werden, die nicht in der Lage ist, ein Rathaus zu bauen. Die Entscheidung für einen Neubau war im Dezember gefallen – im Jahr 2012.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen