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Elmshorner Nachrichten

18. August 2017 | 03:55 Uhr

Apollo-Pleite : Die Stadt zahlt 36.000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Insolvenzverwalter erhält zurückgehaltenes Geld. Jugendprojekt ist gescheitert.

Elmshorn | „Pacta sunt servanda“, sagt der Lateiner. „Die Verträge sind einzuhalten“, sagt auch der Insolvenzverwalter des Pleite gegangenen Vereins ProJugend. 36.000 Euro forderte Rechtsvertreter Dr. Klaus Pannen von der Stadt ein. Verbindlichkeiten aus Vereinbarungen, die die Kommunalpolitik mit dem Jugendtreff eingegangen war. Und damit nimmt ein kurzes aber teures Kapitel der Stadtgeschichte ein Ende.

„Wir kommen mit der Zahlung unseren Verpflichtungen nach“, erklärte Bürgermeister Volker Hatje gegenüber dieser Zeitung. Allerdings müsse er hinzufügen, dass es sich um Zuschüsse handele, die nach der Insolvenzbekanntmachung des Vereins zum Jahreswechsel 2011/2012 nicht mehr an die Betreiber gezahlt werden durften, da sie zweckgebunden vereinbart waren – also für Miete, Strom und ähnliche Kosten. Eine solche Verwendung sei jedoch zu diesem Zeitpunkt durch den Verein nicht mehr zu gewährleisten gewesen. Darum habe die Stadt die Zahlungen damals einstellen müssen. „Wir wollten zahlen, durften aber nicht“, beschrieb Hatje die verzwickte Situation.

Nun, nachdem Insolvenzverwalter Klaus Pannen die Vereinbarungen und Verträge untersucht hatte, forderte er die versprochenen Gelder ein – „völlig gesetzeskonform“, so Hatje. Pannen wollte sich aus rechtlichen Gründen nicht zu dem Fall äußern. Nach Informationen unserer Zeitung soll die Stadt 36.000 Euro abschließend an den Insolvenzverwalter gezahlt haben.

Das Kapitel Apollo und ProJugend ist damit beendet. „Wir zahlen nicht mehr als die Summe, die die Kommunalpolitik in den vergangenen Jahren bewilligt hatte“, erklärte Hatje, um Spekulationen über weitere Zuschüsse den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Etwa 250.000 Euro hat das Jugendprojekt somit in den Betriebsjahren von 2009 bis 2011 verschlungen. Für den Kommunalpolitiker Christian Saborowski (CDU) bewahrheitete sich mit der Insolvenz seine Vermutung: „Das Konzept war nicht schlüssig.“ Er hätte stets Zweifel an der Nachhaltigkeit des Projektes wie auch der Verwendung öffentlicher Mittel gehabt. Zurzeit steht der ehemalige Jugendtreff leer.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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