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Neues Konzept : Die Stadt will Hortplätze aufgeben

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Jungen und Mädchen sollen in Zukunft nur noch an den sechs Grundschulen betreut werden.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2016 | 12:15 Uhr

Elmshorn | Es ist ein kleine Revolution, die da im Elmshorner Rathaus ausgebrütet wurde. Während andere Städte die Hortplätze für die Schulkinderbetreuung nach Unterrichtsschluss weiter ausbauen, möchte die Stadt Elmshorn das Hortsystem – die Plätze sind an die Kitas gekoppelt – komplett abschaffen. Die Jungen und Mädchen sollen künftig nur noch in den Betreuungsgruppen an den sechs Elmshorner Grundschulen untergebracht werden. Die Einführung der offenen Ganztagsgrundschule ist dafür eine Option.

Im Hort betreuen 1,5 Mitarbeiter 15 Kinder. In der Betreuungsgruppe ist eine Mitarbeiterin für 22 Kinder zuständig. Die Elternbeiträge für einen Hortplatz liegen zwischen 225 und 288,50 Euro. Zuschüsse durch Kita-Sozialstaffel sind möglich. In der Betreuungsgruppe liegen die Elternbeiträge zwischen 92 und 165 Euro. Zuschüsse von der Stadt und  vom Jobcenter sind möglich. Die Betreuungszeit im Hort geht von 8 bis 17 Uhr. Es gibt keine Flexibilität bei kürzeren Zeiten. In der Betreuungsgruppe können kürzere Zeiten vertraglich vereinbart werden. Der Hort verfolgt ein sozialpädagogisches Konzept und unterliegt der Kita-Aufsicht. Die Betreuungsgruppe verfolgt einen pädagogischen Ansatz.

Ziel der Stadt: Mehr Grundschüler sollen in die Betreuung kommen. Bisher werden in Elmshorn knapp 600 der 1786 Grundschüler nach Unterrichtsschluss in den verschiedenen Einrichtungen betreut. Die Stadt schätzt den tatsächlichen Bedarf auf bis zu 1300 Kinder. Fehlende Plätze aber auch finanzielle Gründe würden bisher einer Betreuung von mehr Kindern entgegenstehen. Der Plan der Stadt: Die sechs Elmshorner Grundschulen werden räumlich erweitert, durch eine Mensa ergänzt. Erste größere Vorhaben könnten bis zum Jahr 2020 realisiert werden. Unterricht, Mittag, Hausaufgaben, Freizeitangebote – alles vereint unter einem Schuldach.

Die Hortplätze in den Kitas – zurzeit gibt es acht Gruppen mit 120 Plätzen – werden sukzessive abgebaut. Die nach und nach freiwerdenden Räume werden so umgebaut und eingerichtet, dass zusätzliche Krippen- und Elementarplätze in den Einrichtungen geschaffen werden. Der Neubau einer weiteren Kindertagesstätte könnte sich dadurch erübrigen.

Das Problem: Um mehr Kinder in die Nachmittagsbetreuung zu bringen, muss die Finanzierung für Eltern mit geringem Einkommen sichergestellt werden. Hortplätze werden in Elmshorn vor allem an Eltern vergeben, die durch die Kreis-Kita-Sozialstaffel von Beiträgen ganz befreit oder zumindest eine Ermäßigung erhalten. Die greift in den Betreuungsgrupen an den Schulen wahrscheinlich nicht. Die Stadt schätzt den Gesamtbedarf für eine Beitragsentlastung auf bis zu 640.000 Euro. Was an Investitionskosten auf die Stadt in den kommenden Jahren zukommen könnte, steht noch nicht fest. Die Kosten dürften bei 2500 bis 3000 Euro pro umbauten Quadratmeter liegen.

Das Hortsystem abschaffen: Die Politik hat den Vorstoß der Stadt zur Kenntnis genommen. 2017 soll eine Entscheidung her. Die nachschulischen Betreuungsplätze werden fast vollständig von den Eltern finanziert. Die Stadt zahlt dafür 2017 49.000 Euro. Für die Hortplätze nach Kita-Gesetz muss die Stadt einen jährlichen Betriebskostenanteil zahlen. Der liegt pro Jahr bei 500.000 Euro.

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