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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 22:57 Uhr

Elmshorn : Die Stadt braucht die Tagesmütter

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In Elmshorn werden 324 Kinder von Tagesmüttern betreut. Der Engpass bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren wird so aufgefangen.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 15:00 Uhr

Elmshorn | Es gibt für dieses Jahr keine freien Krippenplätze mehr. Wer jetzt noch dringend eine Unterbringungsmöglichkeit für sein Kind sucht, für den könnten Tagesmütter und -väter die Rettung sein. In der Familienbildungsstätte (FBS), die in Elmshorn mit 90 Tagesmüttern und fünf Tagesvätern die meisten Kindertagespflegepersonen vermittelt, gibt es noch keine Wartelisten. „Wir können generell sehr kurzfristig vermitteln“, erklärt FBS-Leiterin Christine Seifert.

Ausnahmen gebe es lediglich bei ungewöhnlichen Betreuungszeiten, etwa morgens vor sechs Uhr oder abends nach 17 Uhr. In diesen Fällen seien Wartezeiten von einigen Wochen möglich. Grundsätzlich, so die Empfehlung von Seifert, sollten sich Eltern maximal sechs Monate und mindestens sechs Wochen vor der benötigten Betreuung anmelden. Seifert: „Eine Eingewöhnungsphase der Kinder von vier Wochen muss hierbei berücksichtigt werden.“

Im April oder Mai melden die Tagesmütter und -väter der FBS ihre zur Verfügung stehenden Plätze. Ab diesem Zeitpunkt können freie Plätze für den Sommer wieder vermittelt werden. Nach Erfahrung der FBS werden Plätze frei, sobald die Kinder einen Kita- oder Krippenplatz bekommen. Aktuell werden insgesamt 531 Kinder von Tagesmüttern und -vätern der Familienbildungsstätte betreut, 324 Kinder davon in Elmshorn.

Einen Engpass gibt es in Elmshorn generell bei der Unterbringung der Unter-Dreijährigen. Denn: Vor der Gesetzesänderung im Jahr 2009 wurden alle Krippenkinder in Elmshorn von Tagesmüttern betreut und auch wenn seitdem die Krippenplätze in den Kitas kontinuierlich ausgebaut wurden, gibt es immer noch zu wenige Plätze für Kinder unter drei Jahren. „Wir sind auf die Tagesmütter angewiesen“, fasst Heike Rosemann vom Amt für Kinder und Jugend der Stadt Elmshorn zusammen. „Wenn wir die Tagesmütter nicht hätten, würden wir bei den Kindern unter drei Jahren ganz schön auf dem Schlauch stehen.“

Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten

Finanzieren können Eltern den Platz bei einer Tagesmutter auf verschiedene Arten. In den meisten Fällen beantragen die Eltern beim Kreis einen Differenzkostenausgleich. Die Differenz zwischen den Kosten für die Kita oder Krippe und der Tagespflegestelle wird dann vom Kreis übernommen. Voraussetzung dafür ist ein schriftlicher Nachweis, dass kein Krippenplatz zur Verfügung steht. Möglich ist auch eine Ermäßigung der Betreuungskosten auf Grundlage einer Sozialstaffel, die ebenfalls beim Kreis beantragt werden kann. Nur selten schließen die Eltern einen privaten Vertrag mit der Tagesmutter ab und bezahlen sie direkt. In diesem Fall verzichten die Eltern auf die Möglichkeit, eine Kostenermäßigung durch den Kreis in Anspruch zu nehmen. Gewählt wird diese Variante in der Regel nur dann, wenn ein Kind nur wenige Stunden pro Woche betreut werden soll.

In der FBS werden übrigens nicht nur Tagespflegeplätze vermittelt, sondern auch Tagesmütter und -väter ausgebildet. Jährlich qualifiziert die FBS etwa 13 bis 17 neue Kindertagespflegepersonen. Eine solche Qualifikation umfasst 160 Stunden Theorie und 40 Stunden Praktikum im Kindergarten oder bei einer Tagesmutter. Die Kurse finden an den Wochenenden und abends statt und die Qualifizierung muss innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 21 Jahren, ein Hauptschulabschluss, ein polizeiliches Führungszeugnis, eine ärztliche Bescheinigung, ein Erste-Hilfe-Grundkurs und sehr gute deutsche Sprachkenntnisse.

Die FBS sucht immer neue Tagesmütter und -väter. „Die Nachfrage nach Qualifizierung wird leider immer weniger“, erklärt Seifert. Unterdessen steige die Nachfrage immer mehr. „Viele Frauen gehen bereits nach einem Erziehungsjahr wieder arbeiten und benötigen dann eine Kinderbetreuung.“ Früher seien Kinder in der Regel erst zwei Jahre später in den Kindergarten gegeben worden.

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