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Radfahren in Elmshorn : "Die Stadt bemüht sich"

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Schlechte Noten vom ADFC: Miese Radwege, mangelhafter Winterdienst und nervige Ampelschaltungen machen Fahrradfahrern das Leben schwer.

Unter dem Motto „Zukunft gestalten – Radfahren in Elmshorn“ fand am Dienstagabend im Kollegiumssaal des Rathauses eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt – im Rahmen der Aktion „Stadtradeln“ organisiert von der Stadt Elmshorn und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Elmshorn. Gut 60 Interessierte kamen – die Mehrheit von ihnen per Rad.

Stadtrat Volker Hatje hob in seinem Grußwort hervor, dass Elmshorn „eine fahrradfreundliche Stadt“ sei und „viele Einwohner gern das Rad nutzen“. Das könne man beispielsweise sonnabends rund um den Buttermarkt sehen, wo es dann kaum noch Abstellmöglichkeiten für Räder gäbe. Hatje teilte die oft geäußerte Kritik am Zustand mancher Radwege, betonte aber auch: „Wünsche und Ziele sind nicht immer in Einklang zu bringen mit den finanziellen Mitteln!“ Aber, so unterstrich er: „Die Stadt bemüht sich!“

Wie sich Elmshorn um den Radverkehr bemüht, erläuterten Silke Faber, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung, und Jürgen Kölln, Sachgebietsleiter Verkehr im Flächenmanagement. Dabei ging es hauptsächlich um bereits umgesetzte Maßnahmen und um zukünftige Projekte – speziell um die Themenbereiche der Velorouten und der Fahrradstraßen in der Krückaustadt. Faber und Kölln betonten, dass der Radverkehr und seine Möglichkeiten in Elmshorn noch stärker in den Fokus gerückt werden müssen – nicht nur bei Stadt und Verwaltung, sondern auch bei der Bevölkerung.

Im Anschluss daran stellte Raphael Haugwitz vom ADFC-Ortsverband Elmshorn detailreich und sehr ausführlich die Ergebnisse des Fahrrad-Klimatests 2012 und den neuen Radverkehr-Mangelmelder vor. Er berichtete, dass die Stadt Elmshorn etwa in puncto Zustand der Radwege, Ampelschaltungen für den Radverkehr, Winterdienst auf Radwegen und Sicherheitsgefühl der Radfahrer ganz schlecht abgeschnitten habe. Haugwitz: „Die Tendenz ist: In Elmshorn ist Radfahren eher Stress als Vergnügen!“

Mit dem neuen Radverkehr-Mangelmelder des ADFC soll versucht werden, die Qualität der Radwege und des Radverkehrs in Elmshorn nach und nach zu verbessern. Haugwitz: „Mängel können ab sofort über eine Internetplattform an den ADFC gemeldet werden, der dann die Angaben nach einer Prüfung an die Stadt weiterleitet.“ Ganz wichtig für den ADFC dabei: „Ihre persönlichen Daten werden nicht weitergegeben!“ Die Meldungen erscheinen dann – ebenfalls anonymisiert – nach ein bis zwei Wochen in der Mängelkarte auf der Homepage des Fahrradclubs. Dort könne man jederzeit den jeweiligen Bearbeitungsstatus verfolgen.

In einer abschließenden Podiumsrunde konnten die Fraktionsvorsitzenden der Kollegiumsparteien Stellung zum Thema Radverkehr in Elmshorn beziehen. Dr. Silke Pahl (Grüne), Jens Petersen (FDP), Ulrich Lenk (SPD) und Christian Saborowski (CDU) erläuterten die Vorstellungen ihrer Parteien. Pahl sprach sich unter anderem für den Ausbau von Fahrradstraßen aus und kündigte an, die Grünen würden in Kürze eine Unterschriftensammlung gegen die sogenannten „Bettelampeln“ starten – also gegen Ampeln, bei denen Radfahrer per Tastendruck Grün anfordern müssen.

Erfolge bereits im kommenden Jahr?
 

Petersen stellte in seinem Statement drei Ziele der FDP heraus: Schaffung von ausreichenden Fahrradparkplätzen, Verbesserung der Ampelschaltungen und Sanierung der Radwege. In diesem Zusammenhang begrüßte er den neuen Radverkehr-Mangelmelder ausdrücklich.

Lenk betonte, dass weiterhin planvoll und strukturiert an der Verbesserung des Radverkehrs gearbeitet werden müsse. Das erfordere Geduld und die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Wichtig sei, auch dabei mit den Bürgern im Dialog zu bleiben. Er unterstrich für die SPD: „Radfahren ist die Zukunft!“

Saborowski hob hervor, dass Radfahren nicht nur für den Klimaschutz gut sei, sondern auch für die Gesundheit des Einzelnen. Die CDU fordert, die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und so für Radfahrer attraktiver zu machen. Dabei müssten aber die übergeordneten Vorschriften beachtet werden.

Moderator Jörg Schmidt-Hilger unterstrich in seinem Schlusswort, dass alle Parteien den Radverkehr für wichtig einschätzen und sich dafür aussprechen, ihn frühzeitig in die Planungen einzubeziehen, neue Möglichkeiten zu suchen und bestehende Mängel zu beseitigen. Schmidt-Hilger: „Vielleicht sehen wir uns ja in einem Jahr im Rahmen des ‚Stadtradelns’ wieder und können schon über Erfolge berichten!“

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