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Elmshorn : Die Stadt beginnt am Hafen mit dem Bau des Hauses der Technik

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das neue Pumphaus auf Pfählen. Es wird in erster Linie benötigt, um Überflutungen zu verhindern.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Sanierung von Krückau-Vormstegen hat begonnen. Viel zu sehen ist rund um den Hafen zwar noch nicht, aber in der vergangenen Woche wurden bereits ein Bohrer und 16 Meter lange Stahlkäfige, sogenannte Bewährungskörbe, für den Bau des „Hauses der Technik“ geliefert. Mit ihrer Hilfe werden etwa 50 Pfähle aus Stahlbeton in den Boden eingebracht. Sie sollen später dem Haus der Technik und dem Regenwasserkanal in die Krückau die nötige Stabilität geben.

Das Gebäude ist von der Stadtentwässerung in erster Linie als kombiniertes Regen- und Schmutzwasserpumpwerk für das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen, das Einzugsgebiet Ansgarstraße sowie das Gebiet der Ollnsstraße vorgesehen. Der größte Teil des Kellers wird als Sammelraum für Regenwasser genutzt. Wenn die Krückau Niedrigwasser führt, fließt das Regenwasser durch den neu gebauten unterirdischen Regenwasserkanal am Gebäude vorbei in die Krückau.

Bei Hochwasser und Tidenhochwasser jedoch, wenn kein freier Abfluss möglich ist, weil die Wasserkante oberhalb des Auslaufwerkes liegt, wird das Regenwasser in den Sammelraum des Pumpwerkes umgeleitet. Von dort aus wird es mit einer Förderleistung von 2000 Litern pro Sekunde mit dem nötigen Druck wieder durch den Kanal in die Krückau gepumpt.

„Allein zwischen 1950 und heute ist das mittlere Tidenhochwasser der Krückau um 19 Zentimeter angestiegen“, erklärt Elmshorns Generalentwässerungsplaner Thomas Beiersdorf. „Die Gefahr einer Überflutung bei einem Aufeinandertreffen von Starkniederschlägen und hohen Wasserständen in der Krückau steigt. Durch das neue Pumphaus kann das Regenwasser auch bei sehr hohen Wasserständen kontrolliert abfließen.“ Ein kleiner Teil des Kellers im neuen Haus der Technik ist außerdem für Schmutzwasser abgetrennt. Von dort aus wird es in die Übergabestation Kruck gepumpt und dann weiter zum Klärwerk Hetlingen geleitet.

Weil das Haus der Technik auf ehemaliges Krückaugebiet gebaut wird, kann der Boden alleine das Gebäude nicht tragen. Deshalb werden die besagten Pfähle benötigt. Mit Hilfe des Bohrers, der bereits angeliefert wurde, sollen die Gründungspfähle in den Boden versenkt werden. Sie befinden sich später am rechten und linken Rand des Gebäudes. In den nächsten Tagen wird außerdem eine weitere, größere Bohrmaschine auf der Baustelle eintreffen. Sie bohrt die Löcher für 88 zusätzliche Pfähle mit einer Länge von jeweils 25 Metern. So tief muss der sogenannte Pumpsumpf werden, in dem das Regenwasser gesammelt wird. Die Pumpen arbeiten nämlich in Intervallen, also immer nur dann, wenn sich im Pumpsumpf eine ausreichende Wassermenge angesammelt hat. Die große Tiefe ist notwendig, um eine sogenannte wasserabschließende Erdschicht zu erreichen. Die Pfähle werden dann überlappend eingebracht, um zu verhindern, dass von außen Wasser eindringt. Das Ganze wird zusätzlich solange mit Stahlträgern stabilisiert, bis es mit Stahlbeton ausgekleidet werden kann. „Wenn wir so weit sind, können wir Trennwände und Decke einbauen und mit dem Hochbau beginnen“, erklärt Thomas Beiersdorf.

Die Grafik zeigt das erste Stockwerk des Hauses der Technik mitsamt Keller, Regenwasserkanal, Auslaufbauwerk und kurzen und langen Pfählen. (Grafik: ehp Umweltplanung)
Die Grafik zeigt das erste Stockwerk des Hauses der Technik mitsamt Keller, Regenwasserkanal, Auslaufbauwerk und kurzen und langen Pfählen. (Grafik: ehp Umweltplanung)
 

Bis April sollen alle Pfähle gebohrt und eingesetzt werden. Anschließend beginnt der Bau des Kanals und des Auslaufbauwerks. Später kommen dann der Keller, das Erdgeschoss, in dem die Technik für die Pumpen, verschiedene technische Räume für die Stadtwerke sowie das Notstromaggregat für das neue Rathaus untergebracht werden sollen. Tief- und Hochbau werden bis Ende 2016 fertiggestellt. Maschinentechnik und Elektrotechnik werden voraussichlich 2017 eingebaut. Das erste und das zweite Stockwerk werden von externen Investoren gebaut und genutzt.

Ende 2017 soll das Pumpwerk dann in Betrieb genommen werden. Insgesamt veranschlagt die Stadt für den Bau des Hauses der Technik 4,8 Millionen Euro. 428.000 Euro soll der private Investor tragen, die Kosten für die Stadt Elmshorn belaufen sich also auf 4.372.000 Euro.

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