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Kunden in Elmshorn sind sauer : Die Sparkasse erhöht die Preise

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kunden beschweren sich, Unternehmen rechtfertigt sich mit neuen Konto-Produkten mit Zusatzleistungen.

Elmshorn | Seit etwa einer Woche schlagen die Wogen in den sozialen Netzwerken hoch, wenn es um das Thema Sparkasse Elmshorn geht. Grund ist ein Brief, der bei allen Bestandskunden ins Haus geflattert ist. „Ihr bisheriges Girokonto bieten wir künftig nicht mehr an“ heißt es dort. Empfohlen wird dem Kunden – angepasst auf sein Nutzungsverhalten – eines der neuen Konto-Produkte. Diese sind allerdings durchweg teurer. Das günstigste Konto, „GiroPur“ das in erster Linie für Kunden gedacht ist, die ihre Bankgeschäfte digital erledigen möchten und das keine Kreditkarte enthält, kostet statt 3,50 Euro jetzt 4,90 Euro monatlich – das ist eine Erhöhung um 40 Prozent. Weiter heißt es in dem Brief: „Sofern wir bis zum 31. Dezember 2015 keinen anders lautenden Auftrag von Ihnen erhalten, nehmen wir die Umstellung zum Jahreswechsel vor. Sollte Ihnen weder dieses noch ein anderes Girokontomodell zusagen, können Sie ihr Girokonto bis dahin ohne Frist und Kosten kündigen.“

Vor allem das Vorgehen, die Kunden im Brief vor vollendete Tatsachen zu stellen, sorgt sowohl im Elmshorner Stadtgespräch als auch in den sozialen Netzwerken für Aufregung. „Seit über 35 Jahren Kunde und dann so behandelt zu werden...geht gar nicht“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Andere wollen direkt kündigen oder wollen sich über Alternativen etwa bei kostenlosen Direktbanken informieren.

Thorsten Stockfleth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Elmshorn, reagiert gelassen auf die Kritik. „Natürlich haben wir die Kommentare bei Facebook auch verfolgt. Aber wir finden die gar nicht so schlimm. Viele weisen dort auch auf Vorteile unserer neuen Konten hin.“ Tatsächlich bietet die Sparkasse ihren Kunden insgesamt vier neue Konto-Alternativen an. Das teuerste liegt bei 14,90 Euro im Monat und beinhaltet neben dem normalen Giro-Konto auch eine Kreditkarte Gold, eine Auslands-Krankenversicherung, einen Mobilgeräteschutz, Online-Shopping mit Cashback, Reisebuchungsservice mit 5 Prozent Rückvergütung und einiges mehr. Stockfleth geht davon aus, dass die negative Reaktionen vor allem dadurch zu erklären sind, dass sich die Leute noch nicht ausreichend mit den neuen Produkten beschäftigt haben. „Das ist keine nackte Preiserhöhung“, sagt Stockfleth. „Wir haben unsere Produkte komplett neu gestaltet, um uns fit zu machen für die Zukunft.“

  • Ein kostenloses Konto gibt es für Schüler, Azubis und Studenten bis 28 Jahre. Bei „GiroSmart“ ist Online-Shopping mit Cashback und ein Reisebuchungsservice enthalten.
  • „GiroPur“ ist für Kunden, die ihre Bankgeschäfte digital erledigen und auf Zusatzleistungen verzichten können. Der Preis: 4,90 Euro.
  • Bei  „GiroPlus“ gibt es für 7,90 Euro unter anderem eine Kreditkarte, Online-Shopping mit Cashback und Reisebuchungsservice.
  • Für 9,90 Euro bietet die Sparkasse  außerdem etwa eine Auslandskrankenversicherung, ein kostenfreies Depot , Bargeldverfügbarkeit im Ausland oder Mobilgeräteschutz. Schüler, Azubis und Studenten bekommen das „GiroSmart Premium“ für 4,95 Euro.
  • Bei „GiroPremium“ gibt es für 14,90 Euro zum Beispiel  noch eine Kreditkarte Gold, eine Reisekosten-Rücktrittsversicherung oder einen Dispokredit mit Zinsvorteil.

Seine Mitarbeiter seien oft darauf angesprochen worden, dass andere Banken beispielsweise einen Mobilgeräteschutz mit dem Konto zusammen anbieten, die Sparkasse Elmshorn aber noch nicht. „Wir wollen weg davon, nur reine Konten anzubieten und auch Themen mit hohem emotionalen Wert anpacken“, erklärt Stockfleth. „Das spiegelt das Einkaufsverhalten der Leute wieder.“

Dass die Anpassung an die Bedürfnisse einer neuen Generation aber nicht der einzige Grund für die Preiserhöhung sein kann, zeigt beispielhaft die 40-prozentige Preiserhöhung beim günstigsten verfügbaren Konto.

„Banken verdienen heute nicht mehr so viel am Zinsgeschäft. Deshalb müssen wir anders kalkulieren“, erklärt Silke Schröder, Abteilungsleiterin im Privatkunden-Center. Das Filialgeschäft der Sparkasse sei eben mit dem reinen Onlinegeschäft vieler Direktbanken, die kostenlose Konten ohne Beratung anbieten, nicht zu vergleichen.

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erstellt am 06.Nov.2015 | 12:30 Uhr

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