„Die Rutsche kommt, Kinder!“

Thorsten Pahlke (links) zu Bürgermeister Jörn Plöger: „Falls die Gemeinde wieder mal Geld für ein Projekt braucht ... Ich sag nur: Radfahren!“
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Thorsten Pahlke (links) zu Bürgermeister Jörn Plöger: „Falls die Gemeinde wieder mal Geld für ein Projekt braucht ... Ich sag nur: Radfahren!“

Thorsten Pahlke erradelte in 24 Stunden 7 368 Euro

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11. Mai 2019, 15:12 Uhr

Horst | Das war persönliches Engagement, das sich bezahlt machte: Mit der Zieleinfahrt nach seinem 24-Stunden-Radmarathon hatte der Horster Thorsten Pahlke am vergangenen Sonnabend, Punkt 17 Uhr, 7368 Euro zugunsten der neuen Horster Wasserrutsche erradelt. Ein Erfolg, dem auch die circa 500 Horster applaudierten, die das Fest um die „Tour le Moin“ am Sonnabendnachmittag in das Stadion der Jacob-Stuve-Schule gelockt hatte.

Mit erhobener Faust und dem Jubelruf „Die Rusche kommt, Kinder!“, fuhr Pahlke über die Ziellinie, klatschte die Hände ab, die sich ihm entgegenstreckten und fuhr, begleitet von einem Tross Kinder aus der Grundschule und der Jugendfeuerwehr, noch eine Ehrenrunde. Dann gab es erst mal was zu trinken und zusätzlich zum Glas Bier noch eine Sektdusche für den „Extremradler“. Stadionsprecher Michael Schwarz informierte das Publikum über die konkreten Ergebnisse: Seit Freitag 17 Uhr war Pahlke 873 Runden in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,3 km/h gefahren. Das sind 349 Kilometer oder ungefähr einmal die Strecke bis zur Bundeshauptstadt Berlin. Klar, dass die meistgestellte Frage die nach dem Zustand seines Hinterns war. „Alles gut, keine Schmerzen“, lachte Pahlke in die Menge.

Einen Tag später sah das anders aus: „Ich spüre jeden Knochen in den Händen und jede Muskelfaser in den Waden“, verriet er unserer Zeitung. Und: „Seit dieser Tour weiß ich, dass es auch auf dem Rad den Sekundenschlaf gibt.“ Zweimal hatte der ihn ereilt. Das erste Mal war er gegen 6 Uhr morgens und das zweite Mal vormittag halb zehn von der Bahn abgekommen und beinahe ins Zelt des Stadionsprechers gefahren. Auch die zwei Grad kalte Nacht hatte Pahlke sehr unangenehm durch die Sportsachen hindurch gespürt. „Da dachte ich mal: Das schaffst du nicht“, erzählt er.

Für ein paar Runden hatte er auch Begleiter. Mal fuhr seine Frau neben ihm und hielt ihn mit Unterhaltung wach, mal der Mitorganisator der Aktion, Thorsten Ahrens. Beide halfen Pahlke über die Tiefs hinweg. Mit Erfolg: „Als der Stadionsprecher dann sagte, es seien noch fünf Minuten zu fahren, da dachte ich: Wieso nur noch fünf Minuten?“

Von den zahlreichen Besuchern, die sich ab 15 Uhr auf dem Sportplatz zum Feiern einfanden, gab es durchweg Lob für die Aktion: „Das ist so toll, dass du das gemacht hat“, bedankte sich Inke Ratjen, Lehrerin an der Grundschule Op de Host. „Eine verrückte Idee, aber klasse“, sagte Kerstin Drop. Und Silke Witt verriet, dass sie bei Pahlkes Zielleinfahrt sogar Tränen in den Augen hatte. „Ich kenne die alte Rutsche noch und freue mich für meine Enkel auf die neue.“

„Eine tolle Aktion“, wertete Bürgermeister Jörn Plöger und freute sich besonders über die Sogwirkung der Aktion: „Einer geht voran und alle Horster ziehen mit.“

Dank des Engagements der Freiwilligen Feuerwehr, der Aktionen der Jugendfeuerwehr, der Horster Vereine, der Grundschüler und der Gewerbetreibenden konnte der eingefahrene Betrag durch den Verkauf von unter anderem Kuchen, Stockbrot und Süßigkeiten und dem Erlös der Tombola noch um circa 5000 Euro erhöht werden. Mit den bereits vorhandenen Spenden von 18 000 Euro ist der Spendentopf nun mit fast 30 000 Euro gefüllt. „Die restlichen 5 000 Euro bekommen wir auch noch zusammen“, ist sich Thorsten Pahlke sicher. „Wir haben ja noch ein Jahr Zeit.“

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