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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 16:36 Uhr

Elmshorn : „Die Räuber“ belagern das HdB

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Junge Arbeitssuchende aus Elmshorn und Pinneberg spielen Theater. Sie haben sich des Klassikers von Friedrich Schiller angenommen.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Sie sind arbeitssuchend, kreativ und begeistert vom Theaterspielen. Wie man all diese Eigenschaften erfolgversprechend bündeln kann, zeigen sieben Elmshorner und Pinneberger Jugendliche. Im Rahmen der Inszenierungsarbeiten von „Die Räuber“, frei nach Friedrich Schiller, entdecken die jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren, viele neue Seiten an sich: Teamwork, Disziplin, Geduld, Toleranz und Zuverlässigkeit – Eigenschaften, die auch in der Arbeitswelt von maßgeblicher Bedeutung sind.

Die Projektfabrik führt seit 2005 bundesweit berufsqualifizierende Projekte durch. Dank des Jobcenters Elmshorn und dem Kooperationspartner Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) am Eiskeller in Elmshorn, kann die Projektfabrik so eine Theaterinszenierung in Elmshorn zum dritten Mal durchführen.

„Wir haben uns des Klassikers aus der ‚Sturm-und-Drang‘-Bewegung angenommen, dem Drama von Friedrich Schiller „Die Räuber“. Es geht um eine gelangweilte Gruppe Jugendlicher, die bereits das eine oder andere Mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Die Jugendlichen beschließen, der Gesellschaft den Rücken zu kehren und eine Räuberbande zu gründen. Dabei geraten sie immer mehr in den Strudel der Gewalt und stehen plötzlich vor Gericht – mit ihrem eigenen Gewissen. „Wir sind verlorene Kinder, gottverlassen, Verlierer und hungrig. Wir sind gebrannte Kinder, sind die Perlen, die man vor die Säue wirft. Wir wollen alles oder gar nichts – aber gar nichts ist viel“, heißt es in den Dialogen, die die jungen Leute mit Regisseurin Anniki Nugis einstudiert haben.

300 braune Packkartons wurden für die Dekoration des Bühnenbildes eigenhändig geweißt, einheitlich schwarz-weiße Kleidung erstellt, gemeinsam Texte abgefragt, Beleuchtungsfragen geklärt und Schminktechniken ausprobiert. Seit vier Monaten ist der „gemischte Haufen, der immer besser miteinander klarkommt“ intensiv mit den Proben beschäftigt. „Wir lachen viel, helfen uns gegenseitig“, erklärt Vanessa und der gebürtige Portugiese Ussumane fügt hinzu: „Wir fühlen uns mutiger im Umgang mit Menschen“, das könne sich bei Bewerbungsgesprächen positiv auswirken.

„Die jungen Menschen werden selbstsicherer und zeigen mehr Disziplin“, bestätigt Bewerbungsmanagerin Karin Dilge von der FAW. Eigenschaften, die man im Job brauche. Zumindest bei Anna hat sich das ausgezahlt. Sie hat gerade einen Ausbildungsvertrag zur Zahnarzthelferin unterschrieben und auch die anderen Akteure hoffen auf positive Reaktionen auf ihre Bewerbungen. Wer „Die Räuber“ sehen möchte, kann dies im Haus der Begegnung (HdB), Hainholzer Damm 11. Premiere ist am Freitag, 29. Januar, 19 Uhr. Die zweite Aufführung findet am Sonnabend, 30. Januar, 19  Uhr statt. Einlass ist jeweils ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Reservierung wird gebeten unter www.projektfabrik.org.

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