Kreis Pinneberg : Die Post streikt weiter

Seit 18 Uhr am Dienstag wird das Briefzentrum in Elmshorn bestreikt.
Seit 18 Uhr am Dienstag wird das Briefzentrum in Elmshorn bestreikt.

Seit Dienstag 18 Uhr geht im Briefzentrum in Elmshorn nichts mehr. Der gesamte Kreis Pinneberg ist betroffen.

shz.de von
12. Mai 2015, 18:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Post befindet sich seit Dienstagabend im Streik. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat alle Beschäftigten der acht Norddeutschen Briefzentren, darunter auch Hamburg und Elmshorn, zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Weitere Streikmaßnahmen sollen in den nächsten Tagen folgen. Hintergrund des verschärften Arbeitskampfes ist die nach Gewerkschaftsangaben anhaltende Tarifflucht der Deutschen Post AG in Form eines Vertragsbruches zur Fremdvergabe mit der eigens dafür gegründeten Unternehmenstochter DHL Delivery.

Am Briefzentrum in Elmshorn befinden sich seit 18 Uhr am Dienstag mehr als 60 Angestellte im Streik. Aus Elmshorn werden normalerweise Sendungen in den gesamten Kreis Pinneberg verteilt. Damit werden am Mittwoch rund 150.000 Sendungen ihre Empfänger im Kreisgebiet nicht erreichen. 

Ver.di fordert für die Beschäftigten eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden als Kompensation für den Vertragsbruch des Konzerns bei der Fremdvergabe. Die Deutsche Post hatte zum April dieses Jahres eine eigene Tochter gegründet, um für 6000 Beschäftigte den Haustarifvertrag der Deutschen Post um 20 Prozent zu unterlaufen, so die Gewerkschaft.

Die nächsten Tarifverhandlungen finden am 20. und 21. Mai in Königswinter bei Bonn statt. Bis dahin kann im Norden und bundesweit mit weiteren massiven Warnstreiks gerechnet werden.

Und auch am Mittwoch haben die Briefträger und Paketboten der Deutschen Post im Norden ihren Warnstreik fortgesetzt. Nach Angaben von Verdi kamen als regionale Schwerpunkte zwei Standorte in Hamburg und Filialen in Ahrensburg, Bargteheide (Schleswig-Holstein), Barth, Malchin und Prenzlau (Mecklenburg-Vorpommern) hinzu. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass allein in diesen Briefzentren mehr als 400.000 Sendungen zunächst liegen bleiben. Zudem warten in Schwerin und Lübeck etwa 600.000 Briefe weiter auf ihre Zustellung. Dort hatten Postboten bereits am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Auch die Paketzusteller in Hamburg wurden zum Streik aufgerufen. Das betrifft nach Verdi-Angaben mehr als 40.000 Pakete.

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