Auch im Kreis Pinneberg : Die Polizei wappnet sich für Terror-Einsätze

Vorbereitungen der Einsatzkräfte auf Gewalttaten gibt es auch im Kreis Pinneberg.

shz.de von
24. März 2017, 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Anschlag von London war erneut ein schreckliches Beispiel, wie nah der Terror mittlerweile gekommen ist. Und nicht erst seit dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist klar, dass auch Deutschland im Visier der Islamisten steht. Die Polizei will nicht tatenlos zusehen. In den Kreisen Pinneberg und Segeberg wird deshalb in diesem Jahr ein Schwerpunkt die „Vorbereitung auf terroristische Gewalttaten sein“. Das kündigte Andreas Görs, Leiter der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion in Bad Segeberg an. Er nahm anlässlich der Vorstellung der Kriminalstatistik 2016 an der Sitzung des Hauptausschusses des Kreistags teil.

Generell werde die Polizei sich für lebensbedrohliche Einsätze, „egal ob Terror oder Amoklauf“ wappnen. Er hoffe nicht, dass es eine derartige Lage in den Kreisen Pinneberg oder Segeberg geben werde, „aber ausschließen kann das keiner“. Erst Recht nicht in der Metropolregion. Deshalb werde sich die Polizei zum Schutz der Bevölkerung auf mögliche Anschläge vorbereiten, „damit wir auf Terror professionell und mit allem was dazugehört, reagieren können“, sagte Görs.

Doch auch der Konflikt mit der Türkei und die Ausfälle des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan machen Görs „schon ein wenig Angst“. Vor allem die jüngste Warnung Erdogans „wenn ihr Euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können“, sei besorgniserregend.

Der Chef der Polizeidirektion begrüßt deshalb die Ankündigung von türkischer Seite, dass es bis zum Verfassungsreferendum am 16. April keine Auftritte türkischer Politiker mehr in Deutschland geben werde. Denn das wären Einsätze mit politischer Brisanz und großen taktischen Herausforderungen gewesen, sagte er. Er sehe erhebliche Probleme, wenn sich die Lage nicht wieder beruhige. Vor allem dann, wenn Gegner und Befürworter Erdogans aufeinandertreffen sollten. Und das gelte nicht nur für Hamburg. Auch im Kreis Pinneberg gebe es einen großen türkischen Bevölkerungsanteil.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen