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Nach erneutem Feuer in der Meteorstraße : Die Polizei Elmshorn geht von Brandstiftungen aus

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Doppel-Einsatz der Feuerwehr: Zweiter Kellerbrand in einem Jahr in der Meteorstraße. Knechtsche Hallen: Freundeskreis erschrocken.

von
erstellt am 16.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Bewohner und Verwalter des Hochhauses in der Meteorstraße in Elmshorn haben mittlerweile Erfahrung mit Bränden. Erst im vergangenen Oktober war im Keller Feuer gelegt worden. Jetzt brannte es wieder in dem 13-stöckigen Gebäude. „Das ist schon sehr unglücklich“, sagte Frank Krause gestern. Er leitet die Hamburger Niederlassung der Capera Immobilien Service GmbH, die das Objekt seit Juli 2013 verwaltet. Eigentümer ist Tareran Properties aus Luxemburg.

Der Keller war nach langwierigen Sanierungsarbeiten erst im Frühjahr wieder für die Mieter freigegeben worden. Jetzt werden einige von ihnen vorerst wieder auf die Abstellfläche verzichten müssen. Nach ersten Erkenntnissen sind die Schäden diesmal aber nicht so stark wie beim letzten Brand. Da war auch die Heizungsanlage betroffen. Laut Krause sind Mitarbeiter der Verwaltung und ein Vertreter des Eigentümers als Ansprechpartner für die Mieter vor Ort. Ein Tischler und ein Elektriker seien umgehend beauftragt worden, provisorisch die ersten Schäden zu beheben. „Die Feuerwehr musste einige Türen öffnen und durch das Feuer ist im Treppenhaus und im Keller teilweise das Licht ausgefallen“, berichtete Krause. Besonders ärgerlich sei, dass durch den Rauch auch einige Wohnungen Schaden genommen hätten, die erst vor Kurzem saniert worden sind. „Zum Glück ist aber der neue Fahrstuhl noch nicht eingebaut. Das passiert erst in zwei bis drei Wochen“, so Krause.

Der Keller von Bewohner Claus-Peter Jäger ist dieses Mal verschont geblieben. Er saß am Computer als er am Sonnabend gegen Mitternacht plötzlich die Sirenen heulen hörte. „Ich und meine Frau sind in der Wohnung geblieben und nicht durchs Treppenhaus geflüchtet. Wenn es brenzlig wird, holt uns die Feuerwehr schon raus“, so Jäger. Mehrere Mieter handelten allerdings nicht so besonnen. Sie flüchteten durchs Treppenhaus. Sieben von ihnen mussten später mit Verdacht auf Rauchvergiftung behandelt werden. Jäger ist in Sorge, dass es bald wieder brennt: „Wir haben das Gefühl, dass es ein Feuerteufel ist. Solche Täter sind leider schwer zu fassen.“ Zum Schutz hat der Eigentümer bereits vor Monaten einen Sicherheitsdienst engagiert.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen noch. Bislang gehen die Beamten von Brandstiftung aus. Dies gilt auch für das zweite Feuer vom vergangenen Wochenende. Am späten Sonnabendabend stand ein Teil der Knechtschen Hallen in der Berliner Straße in Flammen. Glücklicherweise konnte die Feuerwehr den Brand in dem leerstehenden ehemaligen Lager von Teppich Kibek zügig löschen. Das ließ auch die Vertreter des Freundeskreises Knechtsche Hallen aufatmen. „Das war ein großer Schreck! Wir haben großes Glück gehabt, das Feuer wurde schnell gelöscht, es kam niemand zu Schaden“, sagte der Vorsitzende Jens Jähne gestern. Das benachbarte Kranhaus, das dem Verein als Keimzelle dient und in dem bereits kulturelle Veranstaltungen stattfinden, war nicht betroffen. „Die Feuerwehr hat sogar unseren Garten völlig unversehrt gelassen“, so Jähne. „Es ist schon paradox. Auf der einen Seite bauen Elmshorner Bürger etwas auf – und gedankenlose Menschen riskieren leichtsinnig alles. Wir können nur hoffen, dass alle, die für die Gebäude verantwortlich sind, die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, sagte Jähne.

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