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Elternvorstoss : Die Politik ist uneins über einen Schulneubau

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

CDU hält Forderung für überzogen. SPD glaubt, dass neue Schulen benötigt werden.

Elmshorn | Kein Platz mehr in Elmshorns Schulen: Elternbeiräte aus der Stadt und dem Umland haben Alarm geschlagen und den Neubau einer Grund- und einer Gemeinschaftsschule gefordert. Zumal die Schulentwicklungsplanung von weiter steigenden Zahlen ausgeht. Ist ein Neubau wirklich nötig? Wer soll das bezahlen? Wo könnte ein Neubau realisiert werden? Entscheiden muss das alles die Politik. Unsere Zeitung fragte nach.

„Auch wenn die Schülerzahlen steigen. Den Vorstoß der Eltern halte ich in seiner Vehemenz dennoch für überzogen“, sagt Karla Fock (CDU). Sie geht davon aus, dass die Umsetzung der Fünfzügigkeit an der Grundschule Kaltenweide und der Friedrich-Ebert-Schule für eine Entlastung im Grundschulbereich sorgen werden. Alle Möglichkeiten für Um- und Anbauten sollten zunächst ausgelotet werden, bevor neu gebaut werde. Fock: „Auch eine Neunutzung des bestehenden Gebäudes der ehemaligen Realschule Ramskamp muss mit in die Betrachtung fließen.“ Zudem müsse geschaut werden, wie sich die Rückkehr zu G  9 an den Gymnasien auf die Anmeldezahlen an den Gemeinschaftsschulen auswirke. Erst wenn dies alles nicht ausreiche, „muss es natürlich einen Neubau geben“. Bei der Finanzierung setzt die CDU auf Zuschüsse des Landes. Einen geeigneten Standort für einen Schulneubau zu finden, sei das geringste Problem.

Für Arne Klaus (SPD) steht fest, dass mehr Schulraum benötigt werde. „Daher werden wir wohl nicht um Schulneubauten herumkommen.“ Minimallösungen werde es mit den Sozialdemokraten nicht geben. Die SPD begrüße die Initiative der Elternvertreter ausdrücklich. Denn angesichts der Bautätigkeit in Elmshorn und im Umland geht Klaus davon aus, dass sogar noch mehr Schüler als bisher prognostiziert an die Schulen strömen werden. G  9 und die Weiterentwicklung zu Ganztagsschulen seien weitere wichtige Einflussfaktoren. Bei der Finanzierung setzt die SPD auf Zuschüsse von Bund und Land sowie Kooperationen mit anderen Gemeinden. Klaus: „Wir dürfen uns da keine Denkverbote auferlegen.“ Als Standort käme der Stadtteil Vormstegen – neben der neuen Kita – infrage.

Jens Petersen (FDP) spricht sich dafür aus, zunächst zu prüfen, ob die An- und Umbauten an den Schulen zu der erhofften Entlastung führen. „Uns ist die beste Bildung für unsere Kinder enorm wichtig.“ Es gelte Prioritäten zu setzen. „Wir müssen eine Vision für Elmshorn entwickeln. Als junge, dynamische Stadt werden wir weiter Familien anlocken.“ Aber: Geld, das in Schulneubauten fließe, fehle woanders. Einen Schnellschuss werde es mit der FDP nicht geben. Petersen sorgt sich vor allem um die Finanzierung eines millionenschweren Schulneubaus. „Das Land hat sich 2008 zurückgezogen.“ Er glaubt nicht, dass Kiel die Uhr zurückdreht und wieder Schulneubauten fördert. Der FDP-Mann bringt ein Mietmodell ins Spiel. „Private Investoren könnten bauen, die Stadt langfristig mieten.“ Als Standort könnte sich die FDP den Bereich Kaltenhof/Papenhöhe vorstellen.

Die Grünen haben sich noch nicht festgelegt, ob Schulneubauten der richtige Weg sind. „Der Schulentwicklungsplan wird von uns zunächst genau unter die Lupe genommen und auch mit den Ergebnissen der Studie der Bertelsmann-Stiftung zu diesem Thema abgeglichen“, sagt Silke Pahl. Nach der Sommerpause wollen sich die Grünen positionieren.

Die Bertelsmann Stiftung hat ganz aktuell eine Studie veröffentlicht. Danach wird es in Deutschland einen regelrechten Schüler-Boom geben. Der treffe die Schulsysteme unvorbereitet. Steuern Länder und Schulträger nicht um, droht ein dramatischer Engpass an Lehrern und an Gebäuden. Laut Studie könnten die Schülerzahlen in Deutschland bis zum Jahr 2030 um acht Prozent steigen. Gründe: Es werden mehr Kinder geboren und mehr junge Menschen wandern ein.
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erstellt am 20.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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