zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

22. August 2017 | 04:29 Uhr

Elmshorn : Die Parkpalette Südufer kommt weg

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Erste Hochbauarbeiten entsprechend des Rahmenplans beginnen in wenigen Monaten. Abbrüche auch beim Kibek-Hochhaus.

Elmshorn | Nach 25 Jahren hat sie ausgedient: Die Parkpalette auf dem Südufer des Hafens wird Anfang des nächsten Jahres abgerissen. Ihr Verschwinden wird nach Jahren der Planung eines der ersten sichtbaren Zeichen für die Neugestaltung im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen sein.

Der Rahmenplan für das fast 19 Hektar große Quartier zwischen Krückau im Norden und Reichenstraße im Süden sowie Berliner Straße im Osten und Vormstegen sowie die Käpten-Jürs-Brücke im Westen sieht den Abriss des 103 Stellplätze bietenden Bauwerks vor. Der Grund: Die Elmshorner und ihre Besucher sollen vom Buttermarkt aus eine freie Sicht auf die Krückau und den Hafen haben.

Vielleicht, so sieht es der Plan jedenfalls vor, wird auch das Hafenbecken vor der Wedenkampbrücke und dem jetzigen Parkdeck noch in Richtung Süden verbreitert. Diesbezüglich laufen allerdings noch Untersuchungen, um Fragen der Versandung sowie der Kosten-Nutzen-Analyse zu ermitteln.

Für den Abriss des Parkhauses sind im vorläufigen Maßnahmenplan für das Sanierungsgebiet geschätzte Kosten in Höhe von 133.000 Euro ausgewiesen. Dass nach dem Abriss des Kiosks „Cult“ (früher „Rubbel“) im September 2013 jetzt auch schon die Parkpalette fällt, kommt nicht von ungefähr: Sie steht der Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation im Quartier im Wege. Für das große Projekt der Elmshorner Stadtentwässerung soll ebenfalls Anfang des nächsten Jahres der Startschuss gegeben werden.

Der Rahmenplan sieht ein freies, breites Südufer ohne Parkpalette vor. Neue Parkplätze sollen entlang der Berliner Straße (rechts) unter drei Reihen von Bäumen entstehen. Am Südufer ist auch an eine Verbreiterung des Hafenbeckens gedacht, direkt an der Wedenkampbrücke, also am Hafenkopf, soll ein Neubau entstehen. Rechts davon der schmalere Buttermarkt mit Markthalle, der sich auf dem Gelände der ehemaligen Post bis zur Berliner Straße erstrecken wird.
Der Rahmenplan sieht ein freies, breites Südufer ohne Parkpalette vor. Neue Parkplätze sollen entlang der Berliner Straße (rechts) unter drei Reihen von Bäumen entstehen. Am Südufer ist auch an eine Verbreiterung des Hafenbeckens gedacht, direkt an der Wedenkampbrücke, also am Hafenkopf, soll ein Neubau entstehen. Rechts davon der schmalere Buttermarkt mit Markthalle, der sich auf dem Gelände der ehemaligen Post bis zur Berliner Straße erstrecken wird. Foto: Amt für Stadtentwicklung
 

Und: Auch im Kibek-Quartier des Sanierungsgebiets soll es Anfang 2015 mit einem Abriss beginnen. Der große, weiße Anbau am ehemaligen Teppichhochhaus, in dem bis 2006 Ausstellungs- und Lagerflächen waren, wird dem Erdboden gleich gemacht, um Platz für Wohnungsneubauten zu schaffen.

Für die 103 Parkplätze der Parkpalette am Südufer gibt es noch keinen konkreten Ersatz. Die Stadt habe in dem Quartier noch weitere Flächen und werde neue Stellplätze schaffen, verspricht Silke Faber, Leiterin des Elmshorner Amtes für Stadtentwicklung. Die Planerin weiter: „Wir arbeiten an all den Perspektiven und es werden sich Lösungen bis dahin finden.“ Bei den vielen, ins Auge gefassten Umgestaltungen und Baustellen in dem Quartier werde es, so Faber, in den kommenden Jahren auch Interimslösungen und auch mal Engpässe geben. Dies ließe sich aber bei einem derart großen Projekt nicht vermeiden.

Fernwärme? Politiker müssen entscheiden

Auch die Planungen sind noch längst nicht abgeschlossen: Wenn die Stadtentwässerung im Frühjahr damit beginnt, das bis zu 80 Jahre alte Mischwassersystem durch neue Regen- und Schmutzwasserleitungen zu ersetzen, sollten die Politiker entschieden haben, ob es dort ein Fernwärmenetz geben soll. Das könnte dann nämlich zeitgleich und damit deutlich günstiger installiert werden. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Daten- und andere Leitungen.

Der Abriss der Parkpalette ist nur ein Teil der für den Hafen vorgesehenen Veränderungen: Weil die auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten stehenden, aalähnlichen Neunaugen in der Krückau leben, musste allerdings die geplante Sanierung des nördlichen Hafenufers verschoben werden.

Zwischenzeitlich stehen das Kibek-Quartier und der Rathausneubau im Mittelpunkt, sodass nicht mehr feststeht, wann das etwa vier Millionen Euro teure Projekt am Nordufer mit neuer Spundwand, neuer Promenade und der Verlegung des Skulpturenparks in Angriff genommen wird.

Vorgesehen ist auf dem Nordufer östlich der Hafenspange auch der Bau eines Hotels sowie neuer Wohnungen. Ein Gutachten zur möglichen Hotelansiedlung muss aber noch erarbeitet werden.

Beton-Palette als Promenaden-Zierde?

Zwischen den geplanten Neubauten auf dem Gelände an der Ecke Hafenspange/Wedenkamp und dem neuen Skulpturenpark wird zukünftig an der Promenade als wenig attraktiver Blickfang die zweite Parkpalette am Hafen stehen: Das Beton-Gebäude aus dem Jahre 1982. Es gehört einer 86-köpfigen Eigentümergemeinschaft, die sich nicht auf einen Verkauf, Tausch oder Abriss einigen kann.

„Dies wird ein grünes Märchenschloss am Hafen sein“, prophezeite der damalige Elmshorner Bürgermeister Dietmar Lutz im Mai 1989 bei der Eröffnung der Parkpalette am Südufer des Hafens. Der Bau aus roten Ziegeln und Beton hatte nämlich blaue Ranghilfen an der Fassade erhalten, damit Grünpflanzen das Parkhaus verschönern können. Dies gelang nur an der rückwärtigen Seite, nicht an der Hafenfront. Hier „zieren“ Schmierereien den Bau. Im Gegensatz dazu sind die vielen Graffiti-Bilder in der Parkpalette nicht illegal: Die Stadt hat vor Jahren die Flächen für Sprayer freigegeben. Als Veranstaltungsort für das Schlickrock-Festival während des Hafenfestes machte die Parkpalette mit viel Musik und Schwarzlicht-Atmosphäre Ende der 1990er-Jahre auf sich aufmerksam. Heute ist der Bau mit seinen versetzten Parkebenen und einer völlig desolaten Regenwasserentsorgung bei feuchtem Wetter eher eine Art Tropfsteinhöhle, in der Autos in riesigen Pfützen stehen.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 11.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen