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Zuhause für drei Nächte : Die Notunterkunft in der Gärtnerstraße ist im Winter Unterkunft für Wohnungslose in Elmshorn

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Man nennt sie Durchreisende, Wohnsitzlose oder auch Menschen „auf Platte“. Sie leben auf der Straße und nächtigen in Anlagen oder auf Parkbänken. Doch wo bleiben solche Menschen im Winter?

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 12:04 Uhr

Elmshorn | Man nennt sie Durchreisende, Wohnsitzlose oder auch Menschen „auf Platte“. Sie leben auf der Straße und nächtigen in Anlagen oder auf Parkbänken. Doch wo bleiben solche Menschen im Winter?

„Ich möchte es nie erleben, dass es in Elmshorn einen erfrorenen Obdachlosen gibt“, meint Ulrich Gunkel. Der Frührentner engagiert sich bei der Bahnhofsmission und ist einer von neun ehrenamtlichen Helfern beim Winternotprogramm. Er und seine Mitstreiter sorgen dafür, dass Menschen „auf Platte“ im ehemaligen VHS-Gebäude an der Gärtnerstraße in den Kellerräumen eine warme Notunterkunft finden können, wo sie für maximal drei Nächte Unterschlupf finden können. Drei Teams, besetzt mit je drei Personen, lassen Durchreisende jeden Abend ab 18 Uhr ins Gebäude, das sie morgens bis 9 Uhr in ordentlichem Zustand verlassen haben müssen. Sowohl der Dreibett-Männerraum als auch das Zweibettzimmer für Frauen ist „ganz neu“ mit Möbeln aus dem Sozialkaufhaus eingerichtet worden. „Gut, dass wir Dietmar hatten“, erzählen die Helfer. Das Kraftpaket habe beim Aufbauen der schlichten Möbel geholfen.

Die Verantwortlichkeit für das Winternotprogramm liegt beim Diakonischen Werk Rantzau-Münsterdorf und gehört zum Aufgabengebiet der Bahnhofsmission. Chefin Wiebke Turkat ist Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen. „Sie müssen neben sozialer Kompetenz höfliches, aber bestimmtes Auftreten haben, auf die Einhaltung von Regeln achten und in Erster Hilfe ausgebildet sein.

Die Unterkunft ist bis Ostern offen. Wer hier nächtigen will, bekommt Infos bei Diakonie, Polizei, Bahnhofsmission oder im Rathaus. Spenden: Diakonie Rantzau-Münsterdorf, „Winternot“, Sparkasse Elmshorn IBAN DE 85-2215-0000-0001-1305-01

Wie es beim Leben „auf Platte“ zugeht, wissen die Helfer. Siegfried Denk war selbst viele Jahre obdachlos, bevor er in ein „normales“ Leben mit Wohnung zurückfand und nun „Schließer“ für die Unterkunft in der Gärtnerstraße ist. Ihm zur Seite stehen Michael Mohr, angestellt bei der Sozialberatung des Kirchenkreises, und Gerd Rosenbaum, Mitarbeiter bei der Bahnhofsmission.

Zurzeit ist nur „Gerd“ Gast in der Notunterkunft. Der gelernte Koch hat nach einem Burn-out seinen 14-Stunden-Job hingeschmissen und ist „einfach abgehauen“. Seit einem Jahr lebt er „auf Platte“. Zulange, meint er und ist „kuriert von draußen“. Nun ist er auf Wohnungs- und Jobsuche.

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