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Elmshorn : Die NDR Bigband war zu Gast an der EBS

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Dieses außergewöhnliche Musikerlebnis werden die Schülerinnen und Schüler der Elmshorner Elsa-Brändström-Schule (EBS) noch lange in Erinnerung behalten. Die NDR Bigband war zu Gast in dem Gymnasium.

Elmshorn | Dass die musikalische Nachwuchsförderung an den Elmshorner Schulen groß geschrieben wird, ist seit langem kein Geheimnis mehr. Die heimlichen Talentschmieden, egal ob Orchester, Chor oder Band, bescheren Elmshorn schon seit Jahren viele junge, vielversprechende Talente. Für die jungen Nachwuchsmusiker der Elsa-Brändström-Schule (EBS) stand am vergangenen Freitag ein ganz besonderes Highlight im Schulkalender. Unter dem Motto „School’s out – it’s (big) band time“ besuchte die NDR Bigband die heimische Aulabühne, um gemeinsam mit den Schülern dem Publikum ein vielfältiges Programm des Bigband-Jazz zu bieten.

Und wenn der NDR kommt, dann kommen nicht nur professionelle Musiker, sondern ein gesamtes Aufgebot an Bühnen- und Lichttechnik, Tontechnikern und einem riesigen Musikequipment, verstaut in zwei großen Transportern. Das alles durften die jungen Musiker der Schul-Bigband mitnutzen.

Und so tummelten sich in der ersten Programmhälfte die zahlreichen Mitglieder der Bigband unter Leitung von Musiklehrerin Juliana Heller zwischen Notenständern, Kabeln, Schlagwerken – von den Jüngsten bis hin zu den Abiturienten, alle mit ihrem Instrument ausgestattet. Neben den musikalischen Porträts der jeweiligen Instrumentengruppen, setzten die Schüler dabei auf klassische Arrangements, aber auch auf fetzige Stücke wie „Oh Jonny“, mit provokativen Texten und ausdrucksstarken Stimmen.

Meister ihres Fachs:  Die NDR Bigband war zu Gast in Elmshorn.
Meister ihres Fachs: Die NDR Bigband war zu Gast in Elmshorn. Foto: Laura Kalbow

Die besonderen Höhepunkte des Programms bildeten wohl die Rhythmusgruppe der Bigband als auch der Song „Music“. Gejohle und Geschrei, Pfeifen und Kreischen wenn Ole Ruge, Julian Homburg, Tom Veletas und Tim Hilbig ihren Instrumenten einheizen – mit ordentlich Schmackes und Leidenschaft. Der Song „Music“ hingegen zeigt die Bandbreite der gesamten Band – mit raffinierten Rückungen und Tonartenwechsel kein leichtes Stück, vor allem für die Sängerinnen, die aber diese musikalische Herausforderung bravourös meistern. Am Ende stand ein großartiger Klang, ein anmutendes Stück – mit dem richtigen Bezug zu dem Sinn von Musik. Es kann manchmal so einfach sein.

Ach ja, aber für Elmshorn ist das natürlich alles „supernormal“, oder? Nein, findet der Freundeskreis der EBS. Denn das, was Juliana Heller mit ihren Schülern auf die Beine stellt, sei doch wirklich „supergenial“. Es ist in der Tat genial, wenn Ingolf Burkhardt sich ganz selbstverständlich auf einen Schulstuhl setzt und einfach mal mittendrin ein herrliches Trompetensolo raushaut, begleitet von den musikalischen Nachwuchstalenten.

Dass die zweite Programmhälfte, die die NDR Bigband für sich beansprucht, genauso wenig normal ist, ist vielleicht tatsächlich etwas Neues, denn unter dem neuen Chefdirigenten Geir Lysne hat sich viel getan. Unter dem Motto „History of Bigband Jazz“ führte der Norweger die NDR-Musiker und das Publikum durch eine Bandbreite an Jazzklassikern und Improvisationen, durch eine Welt der klanglichen Bilder und musikalischen Kreationen. Locker aus der Hand, entspannt und ruhig empfängt er die verschiedensten Improvisationen der Instrumente. Da dröppeln, krabbeln, schleichen und fauchen die Saxophone, die Trompeten lösen ab – wie summende Hummeln, die sich hysterisch hochschaukeln, immer höher, rauf die Tonleiter und bevor man sich überlegt hat, ob man nun an einem überfüllten Bahnhof oder in einem summenden Bienennest steht, übernimmt Lsyne und führt die Instrumente in das tonale Ausgangsgerüst zurück.

Ja, so ist das mit Improvisationen – man weiß nie ob es gut oder schlecht wird, wie man dort hin- und wieder zurückkommt, aber diese Reise lohnt sich allemal. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit den herrlichsten Erfahrungen an Melodie und Harmonie belohnt – mit ruhigen, tiefen anmutigen Klängen des Klavieres, mit rhythmisch brillanten Linien der Posaunen, mit dröhnenden Saxophonen, mit unkonventionellen Klängen und Spieltechniken. Und dennoch, und dafür sorgt zweifelsohne Geir Lysne, besticht ein eindrucksvoller und, im wahrsten Sinne des Wortes, einzigartiger Gesamtklang, der noch sehr lange hängen bleibt. 

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erstellt am 27.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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