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„Das ist ein gelebter Kindertraum“ : Die Modelleisenbahn-Landschaft im eigenen Garten

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Sönke Schroeder hat seinen Garten in eine Modelleisenbahn-Landschaft verwandelt. Er ist beim Dampftag im Industriemuseum dabei.

Elmshorn | Viele Leute haben in ihren Gärten einen Fischteich oder eine Rosenzucht. Sönke Schroeder dagegen hat hinter seinem Haus auf Langelohe Gleise verlegt. Auf einer Fläche von 90 Quadratmetern hat er eine Landschaft mit Brücken und Hügeln, Häusern und einem See geschaffen. Sogar einen Wasserfall gibt es und seit Neuestem auch einen Containerkran, wie sie im Hamburger Hafen stehen. Das Ganze erinnert ein bisschen an das Miniaturwunderland in Hamburg – nur dass die Züge, die bei Sönke Schroeder durch den Garten fahren, deutlich größer sind und einen Maßstab von 1:20 bis 1:29 haben. Zum Vergleich: Die klassischen Modelleisenbahnen der Firma Märklin haben einen Maßstab von 1:87.

Wer einmal selber eine solche Gartenbahn fahren will, hat am Sonnabend im Industriemuseum die Gelegenheit dazu. Beim Dampftag am 16. Januar von 10 bis 17 Uhr sind neben den Echtdampfmodellen auch die Gartenbahnen von Sönke Schroeder und seinen Kunden vertreten. Denn vor zehn Jahren hat Schroeder sein Hobby neben seiner Tätigkeit als Elektromeister zu seinem Beruf gemacht.

Schon als kleiner Junge faszinierten den heute 44-Jährigen die Eisenbahnen. „Ich kann gar nicht sagen, warum. Die Begeisterung war immer da.“ Aber eine Leidenschaft entwickelte er erst für die größeren Gartenbahnen. „Nur konnte ich mir das 1987, als ich meine Ausbildung zum Elektroinstallateur begonnen habe, nicht leisten.“

Als er das Geld später hatte, sei es gar nicht so einfach gewesen, an die Traum-Bahn heranzukommen. Denn Schroeder hatte sich in eine amerikanische Diesellok aus dem Katalog eines deutschen Importeurs verliebt. „Also habe ich dort angerufen, musste aber erfahren, dass die nur an den Fachhandel liefern.“

Seine erste Gartenbahn bekam er am Ende über den Bekannten eines Bruders seiner Frau. Aber so langsam reifte der Gedanke, einen eigenen Laden zu eröffnen. „Modelleisenbahnen hatte ich da schon lange repariert. Jetzt baue und vertreibe ich bei ,Modellbahn Elmshorn‘ auch meine eigenen Modelle.“ Zum Beispiel den Containerkran, der jetzt in seinem Garten steht. Aber Schroeder macht auch Sonderanfertigungen für seine Kunden für fast alle Modellgrößen. Er installiert Innenbeleuchtungen, bringt die Loks zum Dampfen oder baut spezielle Chips ein, damit die Züge authentische Geräusche von sich geben.

Haben Sie auch ein ungewöhnliches Hobby oder eine interessante Sammelleidenschaft? Schreiben Sie uns eine E-Mail an redaktion.elmshorn@a-beig.de unter dem Stichwort „Hobby“ oder rufen Sie an: 04121-2971814.

Schroeders Leidenschaft für die großen Modellbahnen kommt auch daher, dass er bei denen „einfach viel mehr einbauen“ kann. Und er liebt es, im Garten mit seinen Zügen zu spielen, an- und abzukoppeln und zu rangieren. Auf Authentizität seiner Landschaft kommt es ihm nicht an – da steht der Leuchtturm gleich neben dem asiatischen Tempel und die amerikanische Lok zieht einen deutschen Waggon. „Ich nehme einfach das, was mir gefällt“, sagt er. „Das ist ein gelebter Kindertraum und bringt viel Spaß.“

Sein absolutes Lieblingsstück ist der „rote Brummer“, eine VT98, die in den 80er-Jahren auf der Strecke zwischen Elmshorn und Barmstedt unterwegs war. „Sie hatte zwei Dieselmotoren und eine Sechs-Gang-Schaltung – das Ding war ein Knaller.“

Immer an Silvester lädt Schroeder seine Kunden und ihre Kinder zum Bahnfahren in seinem Garten ein. Normalerweise ist die Gartenbahn zwar Privatsache, aber Schroeder teilt sein Hobby gerne. Und zwar nachhaltig, denn vor einem Jahr kam auch die Ehefrau eines Kunden mit und war so begeistert, dass sie sich sofort ein Starter-Set kaufte. „Sie war wütend auf ihren Mann, weil er ihr die Gartenbahn vorenthalten hatte und immer nur von seinen kleinen Modelleisenbahnen geredet hat.“

Mittlerweile hat er Kunden in ganz Deutschland. Und da treffen sich wieder Arbeit und Hobby. Denn Schroeder kennt fast alle persönlich, hat auch schon von fast jedem die Bahn bewundert und fährt im näheren Umkreis für Reparaturen auch schon einmal zu den Leuten nach Hause. Das zahlt sich aus: Beim Dampftag werden mindestens acht seiner Kunden mit ihren Bahnen dabei sein. Und Besucher können versuchen, Murmeln über eine Murmelbahn laufen zu lassen und einen vorbeifahrenden Zug zu treffen. „Das ist nicht so einfach und immer ein großer Renner“, sagt Schroeder. „Und die Kinder sind in der Regel viel besser als die Erwachsenen.“

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