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Milchpreise : Die Meierei in Horst ist krisenfest

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Betrieb setzt klar auf regionale Produkte und Vermarktung – und auf feste Preise.

von
erstellt am 14.Sep.2015 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Alle Reden von der Krise der Milchpreise. Die Meierei Horst nicht. Während in Deutschland und in vielen Ländern Europas die Landwirte wegen des Verfalls der Preise auf Zinne sind und um ihre Existenzen bangen, lehnt man sich in Horst entspannt zurück. Denn die Meierei setzt klar auf regionale Produkte und regionale Vermarktung. Und das erweist sich in der Preiskrise als eindeutiger Vorteil.

„Wir vereinbaren mit den Landwirten und dem Handel Preise, die dann ein Jahr lang gelten“, sagt Hans Möller, Vorstand der Meierei Horst. Damit hätten alle Planungssicherheit. 33 Cent bekommen die Landwirte von der Meierei Horst derzeit. Und der Preis wird ein Jahr lang garantiert. Etliche Landwirte müssen derzeit mit 26 Cent pro Liter auskommen. Doch, und das ist das Problem, damit können sie nicht auskommen. Ein Grund für den Preisverfall und damit die Probleme der Milchbauern sind die Absatzkrise in China und das Russland-Embargo. „Damit haben wir nichts zu tun“, sagt Möller. Denn die Meierei Horst verarbeitet nur Milch aus Schleswig-Holstein und verkauft sie auch nur im Norden.

Dass in Horst auf das regionale Angebot gesetzt wird, ist auch laut Möller der Grund dafür, dass höhere Milchpreises zu erzielen sind. „Wir arbeiten mit Partnern zusammen, die Wert darauf legen, dass die Milch aus Schleswig-Holstein kommt, dass wir auf Weidehaltung setzen und die Tiere draußen und nicht im Stall sind“, sagt Möller. Und weil die Horster das garantieren können, revanchiert sich der Handel mit höheren Preisen für die Milch.

Generell, so Möller, gebe es einfach zu viel Milch auf dem Markt. Das Angebot sei größer als die Nachfrage, folglich sinke der Preis. „Die Landwirte müssen weniger Milch produzieren, dann steigen auch die Preise wieder“, sagt Möller.

Derzeit liefert ein Landwirt seine Milch an die Meierei Horst. Der Rest kommt von der Breitenburger Milchzentrale. Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Landwirte hinzukommen. Auch dann wollen die Horster wieder mit ihren Abnehmern und Lieferanten Preise vereinbaren, die ein Jahr lang Gültigkeit haben sollen. Damit mögliche Preiskrisen ihnen erneut nichts anhaben können.

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