Die letzten Kegel sind gefallen

Claudia (links) und ihre Mutter Erika Böhm geben die Kegelbahn auf. An dieser Stelle sollen neue Hotelzimmer errichtet werden.
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Claudia (links) und ihre Mutter Erika Böhm geben die Kegelbahn auf. An dieser Stelle sollen neue Hotelzimmer errichtet werden.

Familie Böhm schließt die Kegelbahn im Hotel und Restaurant „Im Winkel“ / Weitere Hotelzimmer sollen gebaut werden

shz.de von
03. Februar 2018, 17:49 Uhr

Claudia Böhm, Inhaberin des Elmshorner Hotels und Restaurants „Im Winkel“, beendet den Kegelbahnbetrieb. 47 Jahre lang amüsierten sich unzählige Elmshorner beim Kegeln, mehr als 70 Kegelclubs lebten dort ihr Vereinsleben aus. Und die Warteliste war damals lang. Aber das ist jetzt Geschichte.

„Wir schlagen ein neues Kapitel auf. Das Interesse am Kegeln ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die Bahnen waren nicht mehr ausgelastet. Zudem wäre eine umfangreiche Modernisierung notwendig geworden. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, den Betrieb der Bahn aufzugeben“, sagt Claudia Böhm. An gleicher Stelle sollen in den kommenden Monaten weitere Hotelzimmer entstehen.

Die Kegelbahn wurde 1971 vom damaligen Wirt Willi Wöbcke eingerichtet. Er hatte das Haus mit der Gaststätte „Im Winkel“ 1964 eröffnet und in den folgenden Jahren immer weiter zu einer der größten Elmshorner Gaststätten ausgebaut.

1974 übernahmen Reimer und Erika Böhm das Lokal und damit auch den Betrieb der Kegelbahn. „Damals hatten wir täglich Betrieb auf der Bahn, sonntags waren sogar vier Kegelclubs aktiv“, erinnert sich Erika Böhm. Geselligkeit und sportliche Aktivität zogen die Elmshorner an.

Um technisch mithalten zu können, wurde 1995 die Doppel-Kegelbahn komplett modernisiert. Neben neuen Teppichen bekam sie auch eine neue Elektronik und war seinerzeit die modernste Bahn in Elmshorn. Diese Technik funktionierte bis zum Schluss einwandfrei.

Mit einem Empfang und einem Holsteiner Spezialitätenbüfett verabschiedeten sich Claudia Böhm und ihr Team von den noch aktiven Keglern. Rund 200 Gäste nutzten die Gelegenheit, noch einmal einen Blick auf die alte Bahn zu werfen und in Erinnerungen zu schwelgen. Und dazu zählten auch die Damen des Kegelclubs „Emsige Deerns“, die seit der Eröffnung der Kegelbahn 1971 aktiv waren und erst vor vier Jahren mit dem Kegeln aufgehört haben. Getroffen wird sich aber dennoch regelmäßig im „Winkel“.

„Die Männer waren schon begeistert beim Kegeln, die Kinder waren in der Schule und wir Damen wollten auch etwas gemeinsam machen. Also haben wir die Emsigen Deerns gegründet. Wir hatten eine sehr schöne Zeit“, erinnert sich Anka Hinz, Präsidentin der Emsigen Deerns.

Den Clubnamen hatten sie sich ein wenig von ihren Männern abgeguckt. Die kegelten bereits seit 1956 unter dem Namen „Emsige Jungs“, 28 Jahre im Langeloher Hof und 33 Jahre im Winkel.

Andere Kegler haben sich eine neue Sportstätte gesucht. Die Auswahl in Elmshorn ist mit den Bahnen im Sportheim von FTSV/Fortuna Langelohe allerdings begrenzt.

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