Kölln-Reisiek : „Die Lage wird sich verschärfen“

Der Amtsausschuss Elmshorn-Land beriet im Gemeindezentrum Kölln-Reisiek über die Asylbewerber-Unterbringung und den Breitbandausbau.
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Der Amtsausschuss Elmshorn-Land beriet im Gemeindezentrum Kölln-Reisiek über die Asylbewerber-Unterbringung und den Breitbandausbau.

Elmshorn-Land: Amtsausschuss diskutiert über Asyl-Problematik. Wohnraum wird dringend gesucht.

shz.de von
26. Juni 2014, 16:00 Uhr

Kölln-Reisiek | Krisengebiete wie Syrien oder der Irak haben auch Einfluss auf die „kleine Politik“. Wie brisant das Thema der Asylbewerber-Unterbringung derzeit auf kommunaler Ebene ist, machte Amtsvorsteher Thorsten Rockel während der Sitzung des Amtsausschusses Elmshorn-Land am Montagabend deutlich: Schon jetzt sei die Lage ernst, „und sie wird sich noch verschärfen für uns hier“.

Generell sei die Unterbringung von Flüchtlingen „in den Dörfern schwieriger als in einer großen Stadt“. Damit zumindest rechtlich alles seinen geregelten Gang geht, verabschiedeten die Ausschuss-Mitglieder eine „Satzung über die Benutzung von Unterkünften zur Vermeidung von Obdachlosigkeit oder Aufnahme von Asylbewerbern, Aussiedlern und Flüchtlingen sowie von Benutzungsgebühren“.

Nötig wurde die Satzung nicht zuletzt, damit das Amt die Unterbringungskosten wieder einfordern kann. „Wir müssen uns rechtlich so gut wie möglich absichern, sonst wird das für uns ein Fass ohne Boden“, so Rockel. Der Leitende Verwaltungsbeamte Roland Reugels machte auf die menschliche Dimension des Asylbewerber-Ansturms aufmerksam. Das Thema habe „eine gewisse Dimension angenommen“, die das Land an den Rand der Überforderung bringe. Schon jetzt reichten die Kapazitäten nicht mehr aus, die Personendaten aller Flüchtlinge wie gewohnt zügig aufzunehmen. Überall im Kreis Pinneberg suche man händeringend nach Wohnraum. Wer entsprechende Mietobjekte anzubieten hat, könne sich gern mit ihm in Verbindung setzen, Telefon (0 41 21) 24 09 10.

Ein ebenso brisantes Thema bleibt für das Amt Elmshorn-Land der Breitbandausbau. Rockel berichtete von einer gemeinsamen Sitzung mit Vertretern des Amtes Rantzau, während der man beschlossen habe, einen sogenannten „Lotsen“ zu installieren. Dieser soll Kontakte knüpfen, Gespräche führen und die Zusammenarbeit steuern. Die Kosten des Lotsen würden zum Teil vom Land übernommen, der Amtsanteil werde über den Amtshaushalt abgedeckt. Vom Zusammenschluss mit dem Amt Rantzau erhofft sich Rockel mehr Durchschlagskraft. Ganz nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker und können eher geeignete Anbieter finden.

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