Antrag abgelehnt : Die Krähennester bleiben in den Bäumen

Jörg Schmidt-Hilger (l.) aus dem Umweltamt der Stadt Elmshorrn informierte Rüdiger Albrecht vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume über die Krähensituation im Bereich der Innenstadt.
Jörg Schmidt-Hilger (l.) aus dem Umweltamt der Stadt Elmshorrn informierte Rüdiger Albrecht vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume über die Krähensituation im Bereich der Innenstadt.

Das Landesamt lehnt einen Antrag der Stadt auf längere Entnahmemöglichkeit ab. Die Tiere brüten schon.

shz.de von
23. März 2017, 17:07 Uhr

Elmshorn | Weg mit den Brutplätzen: Um der Krähenplage Herr zu werden, wollte die Stadt Elmshorn auch über den 15. März hinaus die Nester aus den Bäumen entfernen. Dieser Plan ist gescheitert. Das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die dafür benötigte Ausnahmegenehmigung nicht erteilt. „Die Tiere sind schon am Brüten“, erklärte Diplom-Biologe Rüdiger Albrecht vom LLUR. Er war am Dienstag persönlich in Elmshorn, um sich über die Krähensituation zu informieren. Zu spät. Laut Albrecht würde die Entnahme der Nester die Kolonienbildung nicht mehr verhindern. „Die Krähen würden sofort neue Nester bauen.“

Der Lärm. Der Kot. Viele Elmshorner sind seit Jahren genervt, beschweren sich immer wieder im Rathaus. An der Kirche. Am Rathaus. Am Zeppelinplatz. An der Bismarckschule. Am Friedhof. Elmshorn ist die Krähenstadt im Kreis Pinneberg. Doch laut Jörg Schmidt-Hilger vom Elmshorner Umweltamt haben die Vergrämungsaktionen Erfolg gehabt. „Wir konnten die Anzahl der Tiere im Innenstadtbereich deutlich reduzieren.“ Er geht davon aus, dass zurzeit zirka 1000 Tiere in Elmshorn leben. Sie stehen unter Naturschutz. Laut Schmidt-Hilger hat das Land Schleswig-Holstein versucht, an den EU-Vorgaben etwas zu ändern. „Es hat aber keine Unterstützung von anderen Bundesländern für diesen Vorstoß gegeben.“ Die Saatkrähen sorgen nicht nur in Elmshorn, sondern laut Albrecht immer wieder auch in Kellinghusen, in Niebüll, Bad Bramstedt und Bad Segeberg für Unmut in der Bevölkerung. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Belastungen so gering wie möglich sind“, sagt der Vertreter des Landesamtes.

In Elmshorn werden die lautstarken Störenfriede systematisch gestört. An den Standorten „Alter Markt“ und Bismarckstraße mit Hilfe der akustischen Vergrämungsanlage. An den genehmigten Standorten feuert ein Jäger Schreckschussmunition ab. Albrecht geht davon aus, dass die Krähen spätestens Mitte Mai ihre Brutplätze verlassen. Damit sind sie aber nicht aus Elmshorn verschwunden. Sie beziehen nur woanders Quartier. „Das ist ein Verdrängungswettbewerb“, sagt Albrecht. Die Krähen würden nie ganz aus dem Stadtbild verschwinden.

Noch mehr Nester entfernen: Schmidt-Hilger betonte, dass es bei dieser Methode keine Erfolgsgarantie gegeben hätte. „Es gibt keine Erfahrungswerte. Vielleicht hätte sich auch nur die Brutzeit verlängert.“ Fakt ist: Die Krähen, die jetzt schon da sind, werden auch bleiben.

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