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„Eigentümer in der Pflicht“ : Die Knechtschen Hallen stehen jetzt unter Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Stadt und der Freundeskreis sehen keine Nachteile für Investoren. Die Außenfassaden des Komplexes sollten erhalten bleiben.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2015 | 12:15 Uhr

Elmshorn | Jetzt ist es offiziell: Das Landesamt für Denkmalpflege in Kiel hat die Knechtschen Hallen in Elmshorn unter Denkmalschutz gestellt. Der alte Industriekomplex an der Schloßstraße ist in die Liste der Kulturdenkmale des Landes eingetragen. Das hat weitreichende Konsequenzen – für den Eigentümer (Kibek-Chef Frank Sachau), die Stadt Elmshorn und einen möglichen Investor, der das Gebäudeensemble wieder nutzbar machen könnte. Dieser müsste Auflagen erfüllen.

Bürgermeister Volker Hatje bleibt gelassen. „Für die Hallen selbst halte ich den Schritt des Landesamtes für nachvollziehbar“, sagt der Verwaltungschef. Die Außenfassaden des Komplexes sollten erhalten bleiben, dafür habe man seitens der Stadt sowieso immer plädiert. Geschützt sind jetzt die Hallen selbst, das Kranhaus und das ehemalige Citastrom-Gebäude an der Berliner Straße.

Für einen möglichen Investor müsse der Denkmalschutz kein Nachteil sein, meint Volker Hatje. Es könnten sogar steuerliche Vorteile geltend gemacht werden. „Ich sehe keine Probleme. Wir haben mit den Denkmalschützern bei Gesprächen künftig eben einen Partner mehr am Tisch“, sagt der Bürgermeister. Er ist zuversichtlich, dass mit den Denkmalschützern „gut zu reden sein wird, wenn durchdachte Pläne für die Zukunft der Knechtschen Hallen vorliegen“. Das Gebäude-Ensemble ist ein zentraler Punkt bei der Umgestaltung im Bereich Krückau/Vormstegen.

Ein klares Signal sendet der Elmshorner Bürgermeister in Richtung Kibek-Chef Frank Sachau. Er ist Eigentümer der Knechtschen Hallen, die Teppich-Kibek lange als Zentrallager genutzt hat. Jetzt verfallen die Gebäude. „Die Hallen stehen unter Denkmalschutz. Nun ist auch der Eigentümer in der Pflicht, sie zu erhalten“, so Volker Hatje.

Der Industriekomplex an der Ecke Schloßstraße/Berliner Straße steht jetzt unter Denkmalschutz. (Foto: Schönstedt)
Der Industriekomplex an der Ecke Schloßstraße/Berliner Straße steht jetzt unter Denkmalschutz. (Foto: Schönstedt)
 

Zum Komplex der Knechtschen Hallen gehört auch das Kranhaus. Dort bietet der Freundeskreis Knechtsche Hallen erfolgreich Veranstaltungen an. Vorsitzender Jens Jähne sieht die positiven Seiten der Entscheidung des Landesamtes. „Die Gebäude werden geschützt und erhalten“, sagt er. Nachteile für einen möglichen Investor sieht er nicht. „Das könnte sogar gut sein. Ein Investor könnte von steuerlichen Vorteilen profitieren“, sagt auch Jens Jähne.

Stadt Elmshorn und Freundeskreis stellen sich eine vielfältige Nutzung der Backsteingebäude vor: Veranstaltungsräume, Geschäfte, Wohnungen und sogar Seminar- und Kongressbereiche. Es gibt viele Ideen, aber noch keine konkreten Pläne. Zuerst muss ein Geldgeber her, der in Elmshorn investieren will.

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