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Elmshorner Nachrichten

16. August 2017 | 15:51 Uhr

Elmshorn : Die Kirche und der Schwamm

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Teurer Pilzbefall: Die Sanierung der Nikolaikirche hat begonnen. 350.000 Euro werden die Arbeiten voraussichtlich kosten.

Der Kampf gegen den Hausschwamm in der St.-Nikolaikirche hat begonnen. Die Arbeiter einer Firma aus Tornesch gehen seit Tagen gegen den gefährlichen Pilz vor. Dabei arbeiten sie nicht nur an einer Ecke des Gebäudes, sondern untersuchen und entfernen den Befall auf Holz, Gebälk, Dachboden und Mauerwerk.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Echte Hausschwamm auf der Südostseite des Gebäudes nicht nur in den Fensterrahmen saß, sondern auch im Putz der Kirchenmauer. „Wir hoffen, dass an diesen Stellen nichts weiter gefunden wird“, so Rosmarie Lehmann vom Kirchengemeinderat (KGR).

Während der Sanierungsarbeiten wurde jedoch festgestellt, dass zwischen Mauerwerk und Putz eine Teerdecke eingearbeitet wurde. Die Feuchtigkeit, die aus den Wänden nach außen dringen sollte, konnte möglicherweise über Jahrhunderte nicht weichen – gute Bedingungen für den Hausschwamm. Laut Lehmann muss der Teer nun abgefräst werden. Eine anderes großes Projekt: Der tragende Balken zwischen Kirchenschiff und Südanbau muss an seinen Enden erneuert werden.

Um die neuen Fenster über der Sakristei, hinter der sich Hausschwamm ausgebreitet hat, zu schützen, sind sie mit Holzplatten verdeckt. Es habe Tage gedauert, bis die Baustelle eingerichtet war. Mehrere Schleusen führen an die Orte, an denen der giftige Schwamm sitzt.

Arbeiter tragen Schutzanzüge und dürfen nur bis zu zwei Stunden am Stück in den betroffenen Räumen sein. Abtöten lässt sich der Schwamm nur durch Erhitzen auf mehr als 70 Grad oder mit chemischen Bekämpfungsmitteln. Eine Treppe ist mit Decken und Holz verhangen. Die Südempore ist während der Bauphase für Besucher gesperrt. 30 bis 40  Plätze stehen deshalb weniger zur Verfügung, so Lehmann. „Für uns ist es wichtig, dass der Kirchenbetrieb weiterlaufen kann.“ Die erste Bauphase, während der der Schwamm auf der Südseite und auf dem Boden der Nikolaikirche beseitigt werden soll, soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Eine zweite Phase der Sanierung ist für das Jahr 2014 vorgesehen. In dieser soll ein bautechnischer Fehler aus den 1970er Jahren behoben werden. Als die Orgel 1971 erneuert wurde, hat man Teile der Stahlkonstruktion in der Decke entfernt. Um die Statik des Gebäudes zu sichern, seien nun Arbeiten notwendig. Eine andere Maßnahme wird am Gebälk an der Nordseite vorgenommen. Es ist von Käferfraß befallen.

Der Schwamm in der Kirche kann aus mehreren Gründen aufgetreten sein. Auf der Südseite sei Regenwasser nicht mehr richtig abgelaufen. Durch warme Luft, die in das kalte Gebäude strömte, könnte ebenso Feuchtigkeit entstanden sein. „Deshalb sagen wir im Sommer oft, dass die Türen nicht offen stehen sollen“, sagt Lehmann.

Die Kosten der beiden Bauphasen liegen bei 350 000 Euro, allein das Gutachten für die Sanierung kostete 30 000 Euro. Trotz jährlicher Baubegehungen mit Fachleuten sei der Hausschwamm von außen nicht sichtbar gewesen, so Lehmann vom KGR. Er sei erst bei Sanierungen zweier Kirchenfenster auf der Empore erkannt worden.

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erstellt am 21.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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