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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 02:18 Uhr

Elmshorn : Die Kibek-Hallen sind jetzt Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Abriss-Arbeiten auf dem Areal sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein.

Nur noch letzte Reste sind verblieben. Die Kibek-Hallen sind jetzt Geschichte. Auch die letzten Mauern werden in den nächsten Tagen fallen. Dann sind die Hochbauten vor dem Hochhaus verschwunden, nur die Fundamente müssen noch abgetragen werden. Alles im Blick hat Christian Strauch. Der Diplom-Ingenieur ist Geschäftsführer der Abrissfirma Ehlert und Söhne aus Hamburg – und Bauleiter auf der Abrissbaustelle. Er koordiniert den Abriss.

Begonnen wurde mit dem Abriss schon Mitte Juni. Damals wurden zuerst die Schadstoffe entfernt. „Wir haben hier im Vergleich wenig Schadstoffe, da kennen wir ganz andere Gebäude“, sagt Strauch. Belastet waren nur die asbesthaltigen Betonplatten der Fassade und die Mineralwolle, die als Dämmung verwendet wurde.

Danach machte sich die Abrissfirma an die Entkernung: Teppiche, Holz, Kabel, Decken – alles, was nicht aus Stein ist, wurde herausgerissen. Und zwar per Hand, denn die Hallen sind zu klein, um mit großem Gerät anzurücken.

Das große Gerät kam im Anschluss zum Einsatz, da es an die tragenden Wände und Stockwerke aus Beton ging. Auf der Kibek-Baustelle ist ein so genannter Long-Front-Bagger im Einsatz. Seine Hydraulikschere hat eine Kraft von 300 Bar, bis zu 70 Zentimeter dicken Beton kann er damit zerbrechen. Abrissbirnen werden nicht mehr verwendet. „Mit dem Bagger kann man kontrollierter abbauen“, erklärt Strauch. „Bei einer Abrissbirne wird die Energie der Kugel ja auf das Gebäude übertragen und die Trümmer können bis zu 30 Meter weit fliegen.“ Auf freier Fläche kein Problem, aber in einer Stadt wie Elmshorn wird das schnell gefährlich. Deshalb kam bei den Gebäudeteilen am Osterfeld auch ein Kran zum Einsatz, der vor die Fassade eine Schutzplane gehalten hat. So wurden die anliegenden Gebäude vor Trümmern geschützt.

Wenn der kleine Rest der Hallen nicht mehr steht, macht sich die Abrissfirma an den „unterirdischen Abriss“. Dann wird das Fundament aus dem Boden entfernt. Hier kommt dann ein kleinerer Bagger zum Einsatz.

Insgesamt arbeiten auf der Baustelle knapp 30 Leute, jeden Tag von 7 bis 18 Uhr. Dazu kommen drei Bagger. „Der Long-Front-Bagger ist ein 60-Tonner, dazu kommen zwei 25-Tonner“, sagt Strauch. Der Abschluss des Abrisses ist für Ende September geplant. Bis dahin sind nicht nur die Hallen dem Erdboden gleichgemacht, auch aus dem Kibek-Hochhaus ist alles herausgerissen worden, was nicht zu den tragenden Wänden gehört. Nach dem Abriss kann dann Semmelhaack loslegen. Der Elmshorner Immobiliengigant plant das Hochhaus zu sanieren und mehrere Neubauten für Wohnraum.

Neben dem Abriss ist die Firma Ehlert und Söhne auch für Recycling und Entsorgung zuständig. Steine beispielsweise werden gebrochen und finden später beim Wegebau wieder Verwendung. Ehlert und Söhne ist eines der ältesten Abrissunternehmen in Norddeutschland. Seit 1907 existiert die Firma. Sie arbeitete unter anderem auch an der Elbphilharmonie, der Europapassage in Hamburg, aber auch in Kiel und auf Sylt.

Christian Strauch gefällt sein Job. „Wir machen das, woran man als Kind immer Spaß hatte: Dinge kaputt machen“, sagt er. Für viele ist ein Abriss spannend, immer wieder, erzählt Strauch, stehen Zuschauer am Bauzaun, manchmal komme es sogar zu kleinen Unfällen, weil Autofahrer lieber auf den Abriss als auf die Straße gucken. „Und auch ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich die Bewegungen der Bagger verfolge“, sagt Strauch.

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