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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 19:45 Uhr

Kranhaus in Elmshorn : Die Keimzelle keimt auf

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kulturräume in der Schlossstraße ehrenamtlich hergerichtet. Dank an Helfer und Spender. Zukunft der Knechtschen Hallen weiter ungewiss.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Zwischenlösung steht: Das Kranhaus in der Schlossstraße ist in den vergangenen Wochen so weit hergerichtet worden, dass der „Freundeskreis Knechtsche Hallen Keimzelle Kranhaus“ hier ohne Einschränkungen seine unterschiedlichen Veranstaltungen ausrichten kann: Das Dach ist dicht, Strom und Wasser fließen, Toiletten sind eingebaut, Fluchtwege ausgewiesen und eine Notbeleuchtung installiert. Die 185 Quadratmeter sind jetzt auch barrierefrei zugänglich, gut verschließbar und noch in diesem Monat wird der „Bullerjan“ montiert: ein Holzofen, der eine Leistung von bis zu 14 Kilowatt verspricht.

„Es schien unmöglich – wir hatten relativ wenig Geld, kaum Zeit und keine Arbeitskräfte“, sagte der Vorsitzende des Freundeskreises, Jens Jähne. Doch viele Elmshorner hätten sich ansprechen lassen und beispielhaftes bürgerliches Engagement gezeigt. Handwerker hätten sogar kurzfristig in der Hochsaison mit angepackt und Spenden seien geflossen. „Nichts ist unmöglich“, sagte Jähne erfreut und bedankte sich gestern in Anwesenheit von Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) und Stadtplanerin Silke Faber bei den Spendern und Unterstützern in Kranhaus mit einem kleinen Frühstück.

Aus 16.000 Euro Fördergeldern des Bundesforschungsprogramms ExWoST (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) habe man, stellte Jähne nicht ohne Stolz fest, gemeinsam Werte von fast 30.000 Euro geschaffen. Unter den Spendern war auch Kranhaus-Nachbar Jürgen Reinström. Er ist Geschäftsführer und Inhaber der Firma Niebuhr, die als eines der ältesten Familienbetriebe Elmshorns seit 1850 auf Vormstegen ansässig ist. Reinström begleitet seit der Zukunftskonferenz 2001 die Entwicklung im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen durchaus kritisch, zeigte sich gestern mit Blick auf das Quartier aber uneingeschränkt positiv: „Schön, dass was passiert. Das wird was, und wir werden in ein paar Jahren den Stadtteil nicht wiedererkennen“, sagte der Geschäftsmann, der auch die Grundstücke seines Unternehmens im Bereich Osterfeld/Schlossstraße als Investor in den kommenden Jahren entwickeln will.

Was mit den Knechtschen Hallen passieren wird, steht noch nicht fest. Dennoch liegt das Projekt nicht brach. Elmshorn ist 2011 in das Forschungsprogramm ExWoST aufgenommen worden, weil die mögliche Entwicklung der Knechtschen Hallen als Zentrum eines Kulturnetzwerkes „Neue Mitte Elmshorn“ untersucht werden sollte. Beispielhaft wurde ermittelt, wie ehemalige, leer stehende Industriebauten in Innenstädten wieder wirtschaftlich sinnvoll mit Leben gefüllt werden können. Die Untersuchungsergebnisse sollen Anfang des nächsten Jahres öffentlich präsentiert werden. Zuvor wird mit dem Besitzer des zuletzt von Teppich-Kibek als Zentrallager genutzten Gebäudekomplexes gesprochen und in den politischen Gremien beraten.

Derweil zeigt der Freundeskreis in seiner kleinen Keimzelle direkt neben den großen Knechtschen Hallen, wie mit einem kollektiven Veranstaltungsprojekt und viel ehrenamtlichen Engagement alte Industriebauten reaktiviert werden können. Das Ziel bleibt aber nach wie vor im Auge: Die denkmalgeschützten Knechtschen Hallen als Beispiel Elmshorner Industriekultur zu erhalten und ökonomisch vertretbar neuen Nutzungen zuzuführen.

Diese Firmen unterstützten das ehrenamtliche Engagement des Freundeskreises Knechtsche Hallen bei der Herrichtung des Kranhauses: Maurermeister Ortwin Klenke, Hoppaus Heizung & Sanitär, Elektro Glashoff, Lüchau Baustoffe, Niebuhr Sanitärhandel, Ernst Erbst Schlosserei, Hein-Glaserei sowie Heitmann Entsorgung.
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