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Elmshorner Nachrichten

16. Dezember 2017 | 06:58 Uhr

Die Jagd nach tausendstel Sekunden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nordmetall-Cup Beim Landesentscheid von „Formel 1 in der Schule“ landeten zwei Elmshorner Teams auf den zweiten Plätzen

„Die hatten eine gute Reaktionszeit“, lobte Luca Zimmermann die Konkurrenten, gegen die sein Team gerade in der K.-o.-Runde ausgeschieden war. „Die haben ordentliche Kugellager, wir einen Strohhalm mit einer Achse“, wies Felix Jansen auf einen wichtigen Unterschied in der Bauweise der Rennwagen hin. Jansen und Zimmermann sind Konstrukteure beim Team „C. A. R.“, das aus insgesamt sechs Siebtklässlern der Elmshorner Leibniz Privatschule besteht.

21 Schülermannschaften aus ganz Schleswig-Holstein kämpften am Sonnabend in der Nordakademie um den Nordmetall-Cup. Eine mehr als 20 Meter lange Rennstrecke verlief schräg durch das Audimax, an der Startampel herrschte höchste Konzentration, die Rennzeiten wurden in Tausendstel Sekunden gemessen. Mehrere Hundert Schüler, Lehrer, Eltern, Begleiter und Organisatoren sorgten für eine gespannte und geschäftige Stimmung. Sogar Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst kam vorbei.

„Formel 1 in der Schule“ heißt das Projekt dahinter: In mehr als 40 Staaten entwickeln Schülergruppen kleine Rennwagen und treten gegeneinander an, bis ein Weltmeister ermittelt ist. Die Organisatoren wollen damit Interesse an den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) wecken. Gleichzeitig müssen die Teams Marketing-Qualitäten entwickeln: Sie sollen Sponsoren suchen, ihr Team mündlich und schriftlich präsentieren und mit einem Messestand vorstellen.

In Norddeutschland richtet der Arbeitgeberverband Nordmetall das Projekt aus. Nordmetall ist auch einer der Gründungsgesellschafter der Nordakademie, die war am Sonnabend zum achten Mal Gastgeber der schleswig-holsteinischen Meisterschaften.

Die kleinen Rennwagen sind nur wenige Zentimeter lang. Angetrieben werden sie von einer kleinen Gaspatrone im Heck. Beim Start schlägt ein Bolzen die Sicherung der Patrone auf, und mit rund 80 Stundenkilometern rasen die Fahrzeuge in anderthalb Sekunden die 20 Meter lange Bahn entlang. Hinter dem Zieldurchlauf werden sie in dicken Polstern aufgefangen.

Vormittags wurden vier Läufe absolviert, eine Jury begutachtete außerdem die Präsentation des Teams und kontrollierte, ob das 20 Seiten umfassende Regelwerk für die Rennwagen eingehalten wird. An dieser Hürde scheiterten die SilverHawks, eine weitere von insgesamt acht Mannschaften der Leibniz Privatschule: „Wir haben eine Strafzeit bekommen, weil unser Auto 0,1 Gramm zu leicht ist“, erklärte Teammanagerin Laura Plohmann.

An der Leibniz Schule ist das Formel-1-Projekt Wahlpflichtfach, dementsprechend viele Teams stellte die Elmshorner Privatschule. Lehrerin Heidi Liebenberg war mit 60 Schülern angereist: „Ich glaube, alles, was an der Rennbahn sitzt, ist von unserer Schule.“

Am Ende schnitten zwei Elmshorner Teams als Zweitplatzierte ab. „Elbracing“, die Senioren der Leibniz Schule, landeten hinter den „Pioneers“ aus Kronshagen. Die SilverHawks wurden zweitbestes Junior-Team, den Sieg trug „Bamboo“ aus Neumünster davon. Im K.-o.-Rennen gewannen „de Blitzen“ aus Neumünster.

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