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KGSE : Die größte Schule im Land ist zu klein

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Übergangslösung in der Außenstelle am Ramskamp wird zu Dauerlösung. Elternbeirat schlägt Alarm.

Elmshorn | Die Außenstelle am Ramskamp auslaufen lassen: Das wurde im Schulentwicklungsplan der Stadt Elmshorn 2011 als oberstes Ziel für die neu gebaute Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) formuliert, in der die Realschule am Ramskamp aufgegangen ist. Bis spätestens 2020 sollte das Ziel erreicht werden. Doch daraus wird nichts. „Wir werden den Ramskamp noch mindestens bis 2025 nutzen müssen“, sagt Elmshorns Schulamtschefin Heike Rosemann.

Die KGSE: Schleswig-Holsteins größte Schule – sechszügig mit vierzügiger Oberstufe geplant – bleibt zu klein. Denn der Run auf die Gemeinschaftsschule hält unvermindert an. Auch für das Schuljahr 2017/2018 hat Rosemann die Siebenzügigkeit beantragt, die Oberstufe wird teilweise wieder fünfzügig geplant.

Zurzeit besuchen die Einrichtung im Stadtteil Hainholz 1383 Kinder und Jugendliche. Das Problem: Der Schulentwicklungsplan ging von sinkenden Schülerzahlen aus. Doch die steigen in Elmshorn eher.

Der Schulelternbeirat schlägt Alarm: „Am Ramskamp wurde jahrelang nichts gemacht. Die Toiletten sind nicht barrierefrei. Das Dach ist kaputt und Teppiche stinken. Die Schüler müssen zwischen KGSE und Außenstelle hin und her pendeln. Auf Dauer ist das nicht zumutbar“, betonte die Schulelternbeiratsvorsitzende Claudia Fromke. Sie verweist drauf, dass der Ramskamp eine Übergangslösung sein sollte. Er sei längst zur Dauerlösung geworden.

„Alle wissen, dass im Ramskamp investiert werden muss. Da gibt es einen Konsens“, sagte KGSE-Schulleiter Andreas Weßling. Die Schule hat auf die Pendelsituation reagiert. Ab dem kommenden Schuljahr sollen mit dem neunten und zehnten Jahrgang laut Schulkonferenzbeschluss erstmals komplette Jahrgänge am Ramskamp untergebracht werden, der bunte Mix in der Außenstelle beendet werden. „Das war die am wenigsten schlechte Lösung“, betonte Weßling.

Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje hatte im Schulausschuss erklärt, dass das Gebäude am Ramskamp „für den Abriss bestimmt gewesen ist“. Als Schulgebäude spielte es in den Überlegungen eigentlich keine Rolle mehr – und so wurde in das Gebäude in den vergangenen Jahren auch nicht mehr viel Geld gesteckt. Doch Hatje sicherte zu, dass eine Lösung für den Ramskamp gefunden werde. Rosemann erklärte, dass die Stadt 2018 an die Außenstelle in puncto Bauunterhaltung ran gehen werde. „Das behindertengerechte WC kommt.“

Die KGSE: Sie hat 36 Millionen Euro gekostet. Zur offiziellen Einweihung eilte im Oktober 2015 nicht nur Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nach Elmshorn, sondern auch Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD). Eine Vorzeigeschule, von Anfang an aber auch eine „Pendlerschule“ für Lehrer und Schüler, die im Zusammenspiel mit dem Ramskamp sogar einmal neunzügig gefahren wurde.

„Die Schule ist sechszügig konzipiert. Wir müssen mit den Problemen und Schwierigkeiten leben, die sich mit der Außenstelle am Ramskamp ergeben“, sagt Schulleiter Andreas Weßling. Er hat nicht nur seine Schule, sondern alle Bildungseinrichtungen in der Stadt Elmshorn im Blick. „Vielleicht wird an einem Standort in Zukunft noch ein weiteres Schulgebäude benötigt.“

Dass eine weiterführende Schule in Elmshorn fehlt, sieht Rosemann nicht – auch wenn fast alle Einrichtungen kaum noch Luft nach oben haben. Sie geht davon aus, dass sich auch die Situation an der KGSE in Bezug auf die Schülerzahlen entspannen werde, sich die Zahlen tendenziell nach unten bewegen werden.

Immer mehr Klassen an der KGSE: Laut Rosemann auch eine Folge der inklusiven Beschulung, die zu kleineren Klassen führt. An der Erich Kästner Schule gibt es zurzeit mehr als 100 Inklusionskinder. Und noch eine Begründung für den KGSE-Boom sieht die Schulamtschefin: „Die Oberstufe. G  9 hat eine enorme Strahlkraft.“

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erstellt am 25.Feb.2017 | 16:35 Uhr

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