Horst : Die Gemeinde begrüßt das neue Jahr

Kriegsflüchtlinge wurden beim Horster Neujahrsempfang besonders willkommen geheißen.
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Kriegsflüchtlinge wurden beim Horster Neujahrsempfang besonders willkommen geheißen.

Die Horster Einwohnerzahl ist gestiegen. Bauvorhaben wurden ohne Kredite realisiert. Ausstellung über 25 Jahre des Ortes.

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12. Januar 2015, 16:00 Uhr

Horst | Der traditionelle Neujahrsempfang der Gemeinde Horst in den Räumen der Grundschule „Op de Host“ war wieder Treffpunkt für zahlreiche Besucher. Bürgermeister Ernst-Wilhelm Mohrdiek konnte mehr als 250 Gäste, darunter Vertreter aus Vereinen und Organisationen, Verwaltung, Firmen und Geldinstituten, begrüßen. Ebenfalls anwesend waren einige Flüchtlingsfamilien, die ihre Heimat aus Kriegsgründen verlassen mussten und derzeit in Horst eine neue Bleibe gefunden haben. Sie wurden besonders herzlich willkommen geheißen.

In seiner Ansprache zum neuen Jahr ging Bürgermeister Mohrdiek auch speziell auf das Flüchtlingsthema ein. „Leider stellen wir auch aktuell wieder fest: die Menschen werden nicht klug. Es werden grausame Kriege geführt, oft im Namen des jeweiligen Glaubens. Radikale verfolgen Menschen wegen einer vermeintlich falschen Auslegung des Islams, Christen werden massakriert, es geht um Macht über die Ölvorkommen, ehemalige Feinde werden aus strategischen Gründen plötzlich zu Freunden, Skrupellosigkeit überall“, sagte Mohrdiek.

Leidtragend sei immer die Bevölkerung, die zu Hunderttausenden ihre Heimat verlassen müssten. Dies habe Auswirkungen bis in die Horster Gemeinde. In diesem Zusammenhang bedankte sich Mohrdiek speziell bei Marion Pagel und Silke Kristott, die sich mit einigen Mitstreitern in den vergangenen Jahren intensiv ehrenamtlich um Flüchtlinge gekümmert haben. „Sie haben Sprachschulung und Begleitung zu Behördengängen angeboten, sind einfach da gewesen, wenn es Probleme gab. Für dieses großartige Engagement sage ich Dank im Namen der gesamten Gemeindevertretung“, so Mohrdiek.

Die Entwicklung der Gemeinde Horst bezeichnete der Bürgermeister in seinem Rück- und Ausblick als sehr positiv. Die Einwohnerzahl ist weiter gestiegen und betrug am 31. Dezember 2014 5525 Menschen. Auch die Geburtenrate zeigt nach oben. Im vergangenen Jahr wurden 47 Kinder in Horst geboren, vier mehr als im Jahr zuvor. „Eine tolle Entwicklung, gerade auch vor dem Hintergrund der Demografie. Und es ist Motivation, wie bisher weiter in unsere Infrastruktur zu investieren, damit unsere Gemeinde auch in Zukunft attraktiv bleibt."

Mohrdiek freute sich, dass im vergangenen Jahr der Bau des neuen Sportlerheims mit der Einweihung erfolgreich abgeschlossen werden konnte und auch die Nutzung des Vereinshauses „Op de Host“ nur positive Stimmen brachte. „Das Haus ist inzwischen mit Leben erfüllt und die Vereine haben ihre neue Heimat angenommen. Ich freue mich immer wieder, dass wir als Gemeinde diesen Schritt gegangen sind und das Gebäude vom Schulverband erworben haben“, so Ernst-Wilhelm Mohrdiek.

Vereinshaus: Op de Host ist mit Leben erfüllt

Ein weiteres Bauvorhaben sei der Kanalbau im Bereich Hermann-Löns-Weg/Fritz-Reuter-Straße gewesen, der mit einem Kostenvolumen von 450.000 Euro ebenfalls abgeschlossen werden konnte. „Alle Maßnahmen wurden ohne Aufnahme von neuen Krediten realisiert“, zeigte sich der Bürgermeister stolz und verwies auf die gute finanzielle Lage der Gemeinde.

Und auch dieses Jahr sollen die angedachten Baumaßnahmen ohne Pump verwirklicht werden. Gut eine halbe Million Euro wird der nächste Abschnitt des Kanalbaus in der Fritz-Reuter-Straße kosten. Weitere Ausgaben stehen bei der Optimierung der Regenwasserableitung im Lüningshofer Weg, der Reparatur der Schadstellen im Wilhelm-Busch-Weg und Umbauten an den Regenwasserläufen im Birkenweg an. Auch ein Parkstreifen an den neuen seniorengerechten Wohnungen in der Jahnstraße soll gebaut werden. In der Sportförderung wurde ein Zuschuss in Höhe von 75  000 Euro an den MTV Horst für die Sanierung der Halle in der Jahnstraße bewilligt.

„Wir haben viele Aufgabenstellungen in 2015 und freuen uns auf die Arbeit. Möge sich unsere Gemeinde weiterhin positiv entwickeln und wir uns gemeinsam fit machen für die Zukunft. Ich werde mich in guter Zusammenarbeit mit unserer Gemeindevertretung dafür engagieren, auch wenn ich mal Kritik einstecken muss. Manchmal gilt das alte norddeutsche Motto: Watt mutt, dat mutt, wenn't good is för de Gemeen", sagte Ernst-Wilhelm Mohrdiek. Als kultureller Teil des diesjährigen Neujahrsempfangs spielte und sang der 23-jährige Jan Salander aus Hohenaspe Lieder wie „Knockin' on heavens door“, oder „Hallelujah“ und begleitete sich auf der Gitarre. Adolf Flöter und Günter Kölln von der Liedertafel intonierten das Horster Heimatlied und die Arbeitsgruppe Horster Ortsarchiv hatte eine Ausstellung mit Zeitungsartikeln unter dem Motto „Horst vor 25 Jahren“ vorbereitet.

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