"Die Eltern sind entscheidend"

Aufmerksam verfolgten die Zuhörer den Vortrag von Prof. Rudolf Kammerl.  Foto: Kellner
Aufmerksam verfolgten die Zuhörer den Vortrag von Prof. Rudolf Kammerl. Foto: Kellner

Black-Screen-Day: Vortrag über Medien im Alltag von Jugendlichen und Kindern

Avatar_shz von
06. April 2011, 08:20 Uhr

Elmshorn | Im Rahmen der Aktivitäten rund um die "Black-Screen-Days" in Elmshorn hielt Erziehungswissenschaftler Prof. Rudolf Kammerl von der Universität Hamburg einen Vortrag im Kollegiumssaal des Rathauses. Das Thema: "Aufwachsen in der Mediengesellschaft: Risiken vermeiden - Chancen gestalten." Zu der Vortragsveranstaltung des "Wendepunktes" im Elmshorner Rathaus waren etwa 40 Interessierte gekommen.

Prof. Kammerl gab einen Überblick über zentrale medienerzieherische Aufgaben vom Kindes- bis ins Jugendalter. Darüber hinaus vermittelte er "als Wissenschaftler und Vater" Handlungsempfehlungen und weiterführende Informationen - speziell zu den Bereichen Fernsehen, Computer und Internet.

Eine große Herausforderung seien, so Prof. Kammerl, die rapiden Veränderungen auf dem Medienmarkt - etwa durch die Verbreitung von Smartphones oder durch die sozialen Netzwerke wie SchülerVZ oder Facebook. Der Wissenschaftler: "Familienalltag ist heute immer auch Medienalltag. Er kann positiv gestaltet werden." Dabei aber seien speziell die Eltern gefordert: "Das Elternhaus ist der entscheidende Faktor."

So müsse es feste Regeln geben, die die inhaltliche Auswahl betreffen sowie die Dauer und den Stellenwert, den Fernsehen, PC, Internet und Bildschirmspiele in der Familie haben. Und: Der Medienkonsum der Kinder und Jugendlichen müsse begleitet werden, man müsse immer wieder mit ihnen darüber sprechen.

Ganz konkrete Ratschläge von Prof. Dr. Kammerl: "Keine Bildschirmmedien im Kinderzimmer, Auswahl kindgerechter Medieninhalte durch die Eltern und Bildschirmzeiten, also Fernsehen und PC zusammen, beachten." Eine halbe Stunde im Vorschulalter und eine Stunde im Grundschulalter seien vollauf genug. "Am Bildschirm nicht nur konsumieren, sondern auch selbst produzieren - eigene Fotoprojekte etwa."

Jugendlichen rät der Wissenschaftler nach und nach von Vorgaben zu Freiräumen zu kommen und von der Kontrolle zur Selbstverantwortung. Die Literaturliste von Prof. Kammerl wird unter www.blackscreenday.de veröffentlicht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen