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Filmcrew in Kollmar : Die Deichbullen ermitteln wieder

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In Kollmar haben am Mittwoch die Dreharbeiten zur Fortsetzung der beliebten Web-Serie um zwei Polizisten begonnen.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 17:20 Uhr

Kollmar | In dem Wohnzimmer des kleinen weißen Ferienhäuschens an der Kollmaraner Schulstraße ist nicht viel Platz. Es ist der erste Drehtag der zweiten Staffel der Web-Serie „Deichbullen“, das weiße Häuschen hat die Filmcrew wie schon einmal vor zwei Jahren mit Hilfe eines blauen Schildes in das dörfliche Polizeirevier verwandelt. Mit zwei Kameraleuten, einem Tontechniker und dem Regisseur können sich die Schauspieler im Inneren kaum rühren. Wer gerade nicht gebraucht wird, steht in der Küche zwischen ungespühltem Geschirr und der Torte, die eine aufmerksame Nachbarin am Morgen vorbei gebracht hat.

In Kollmar ist die Filmcrew der „Deichbullen“ bekannt wie bunte Hunde. „Hier kommen Leute ohne Ende vorbei – einige machen sogar Selfies“, erzählt der Elmshorner Regisseur und Produzent Michael Söth. „Aber die Leute sind total nett und hilfsbereit, wir können ohne Probleme Gaststätten oder Höfe als Drehorte nutzen. Bei größeren Produktionen läuft das über das Geld, bei uns über gute Kontakte.“

Dabei steht Söth mit seinem Projekt mittlerweile auf relativ sicheren finanziellen Füßen. Hat er doch mit Studio Hamburg („Der Tatortreiniger“) einen bekannten Geldgeber und Co-Produzenten gewinnen können. Noch vor zwei Jahren war Söth bei der Suche nach einem Fernsehsender gescheitert und hatte aus der Not heraus und mit kaum Budget eine Webserie aus dem Boden gestampft. „Wir wollten das Projekt nicht einfach so sterben lassen“, hatte Söth damals gesagt. Die zehn jeweils rund fünf Minuten langen Folgen waren erst über das kostenlose Videoportal Youtube und dann später über den Video-on-demand-Dienst „Watchever“ zu sehen gewesen. Mittlerweile hat die Serie Aufsehen erregt, ist beim Snowdance Film Festival als beste unabhängig hergestellte Serie nominiert und kam auch beim Publikum gut an.

Söth kann seiner Crew also jetzt „auch was zahlen“, wie er sagt. Eine klassische zweite Staffel dreht er trotzdem nicht. „Watchever“ hat inzwischen Pleite gemacht, „wir drehen eine Serie für eine ganz neue Plattform. Noch sind wir in Verhandlungen, aber es riecht stark wieder nach einer Video-on-demand-Plattform“, erklärt Söth. Die zehn Folgen der ersten Staffel schneidet er dafür zu zwei Folgen à 25 Minuten zusammen. Vier neue, jeweils 25 Minuten lange Folgen werden gerade in Kollmar gedreht. Söth: „Das ergibt dann quasi eine neue erste Staffel“. Einer Fortsetzung der Geschichte um zwei Hamburger Großstadtpolizisten steht also nichts mehr im Wege. Hartmut Paulsen („Reverend“ Christian Dabeler) und Klaus „Kiez“ Kante (René „Chucker“ Chambalu), der eine als „Aktenfresser“ abgeschoben, der andere korrupt bis zum Gehtnichtmehr, haben es mehr oder weniger wider Willen nach Kollmar verschlagen. Doch statt beschaulichem Dorfleben begegnen die beiden skurrilen Gestalten einem mysteriösem Geheimnis. Was die Handlung betrifft, so will Söth jetzt erst richtig in die Geschichte einsteigen, wie er sagt. „Bis jetzt haben wir eher unsere Hauptfiguren charakterisiert.“ Viel verraten will er noch nicht, aber: „Es wird seltsame Vorkommnisse geben in Kollmar, Leute, die Busseweise ankommen – aber nie wieder wegfahren.“

Im Ferienhaus wird eine Szene mit René Chambalu gedreht.
Im Ferienhaus wird eine Szene mit René Chambalu gedreht. Foto: Cornelia Sprenger
 

Offensichtlich wird es auch wieder um unsaubere Geschäfte gehen. Denn in der Szene, die Söth gerade im weißen Häuschen in der Schulstraße dreht, vereinbart der Polizist Klaus „Kiez“ Kante am Telefon ein zwielichtiges Geschäft mit einer Serienfigur, die später der bekannte Schauspieler Ben Becker verkörpern wird. Der Darsteller René Chambalu sitzt mit dem für seine Rolle charakteristischen Schlapphut, dem Schnäuzer, den langen Haaren und der dunklen Sonnenbrille am Holztisch. Als unerwartet Kollege Harmut Paulsen hereinkommt, fingiert er schnell ein Gespräch mit seiner Mutter. Kante steht auf, um sich „einen Kaffee zu holen“. Regisseur Söth ist zufrieden. „Jetzt noch ne’ Totale und dann ist es perfekt.“

Bis Ende Mai dreht das Team noch an verschiedenen Orten in Kollmar, Glückstadt und Umgebung. Ein Termin für die Premiere steht noch nicht fest.

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