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„Die Linie“ : Die Busfahrer haben Angst um ihre Jobs

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Beschäftigten der „Linie“ haben noch keine Übernahmegarantien. Politik und KViP weisen Vorwürfe von sich.

Elmshorn | Die Elmshorner Busfahrer machen sich große Sorgen um ihre Zukunft, erklärt Peter Süsse, Betriebsratsvorsitzender des für den Stadtverkehr zuständigen Busunternehmens „die Linie“. „Sie wissen nicht, wie es für sie und ihre Familien weitergeht.“ Bei einer Betriebsversammlung hat die Belegschaft ihrem Ärger über die unsichere Übernahme durch die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) Luft gemacht. Denn: Aller Voraussicht nach wird die KViP ab Dezember den Stadtverkehr übernehmen. Über die Übernahme der Busfahrer gibt es zwar Zusagen an die Politik. Aber schwarz auf weiß liegt den Busfahrern nichts vor. Sicher ist nur: Wegen der Kündigungsfristen muss die Linie den Mitarbeitern bis Juni kündigen.

„Das ist keine geregelte Übernahme“, sagt Cliff Lüers, Betriebsleiter der Linie. Er kann nicht nachvollziehen, dass die KViP seinen 43 Mitarbeitern nicht jetzt schon Verträge anbieten kann. „Wenn sich im Elmshorner Busverkehr etwas ändert, dann sollen doch eher mehr Busse – also auch mehr Fahrer – eingesetzt werden. Deshalb verstehe ich nicht, warum hier herumgedruckst wird. Das haben unsere Mitarbeiter nicht verdient.“ Er spricht von Rosinenpickerei, dass also KViP-Prokurist Thomas Becker bewusst nur die Busfahrer einstellen will, die ihm passen. Das hat Lüers auch in Briefen an den Bürgermeister Volker Hatje und den Ministerpräsidenten Torsten Albig deutlich gemacht. Lüers Hauptkritik richtet sich aber an die Politik, die seiner Ansicht nach für eine rechtzeitige Festlegung der Bedarfe für den Nahverkehr hätte sorgen müssen. „Stattdessen arbeitet eine Arbeitsgruppe bis Sommer 2017 – also noch nach der Vergabe des Busverkehrs – ein neues Fahrplankonzept aus.“ Bei der Umsetzung der Fahrgast-Wünsche hätte die Politik die Busfahrer vergessen.

Die Arbeitsgruppe: Vertreter aus Politik und Fahrgastinitiativen arbeiten derzeit an einem Konzept, um überlastete Busverbindungen zu entlasten. Erst wenn feststeht, wieviele Busse auf welchen Strecken in welcher Taktung fahren sollen, kann KViP-Chef Thomas Becker laut eigener Aussage Personal einstellen.

Andreas Riedl von der Gewerkschaft Verdi rechnet damit, dass die Arbeitsgruppe ihre Arbeit im Mai abschließt und die Politik im Juni einen Beschluss fasst. Riedl: „Die Verträge werden wohl Ende Juni oder Anfang Juli auf dem Tisch liegen.“ Dass die Busfahrer mit dieser späten Regelung nicht glücklich sind, kann Riedl nachvollziehen. „Natürlich besteht die theoretische Möglichkeit, dass der ein oder andere Fahrer nicht übernommen wird. Und weil keiner weiß, ob er das sein könnte, sind die Leute unsicher“, erklärt Riedl. „Ich kann das nicht ändern und kann nur an die Geduld der Beschäftigten appellieren.“

Auch Bürgermeister Volker Hatje und Thomas Becker von der KViP verstehen die Sorgen der Busfahrer. „Es ist aber unser erklärtes Bestreben, dass die Busfahrer hierbleiben“, sagt Hatje. „ Ich denke nicht, dass sich die Leute Sorgen machen müssen.“ Becker muss zwar den politischen Entscheidungsprozess noch abwarten. Aber auch er geht davon aus, „dass wir mehr Busfahrer benötigen werden und die Situation für die allermeisten einen wohlgefälligen Ausgang nehmen wird.“ Becker wünscht sich, dass sich die Situation beruhigt. „Es bringt nichts, wenn gewisse Leute die Sorgen der Mitarbeiter noch weiter anheizen, nur weil die Linie ihren Auftrag verloren hat. So ist nunmal das Geschäft.“

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erstellt am 05.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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