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Breitband-Ausbau in Horst : Die Bürger fühlen sich gestört

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Glasfasernetz: Der Anschluss soll Horst schnelleres Internet bringen – einige stören sich aber an unsauberen Straßenarbeiten.

Horst | „In Horst sind einige unzufrieden“, sagt der Rentner aus dem Horster Vogelviertel. Hier stehen Einfamilienhäuser, ein großer Ring aus lilafarbenen Rohren lehnt an einem Kirschbaum in einem Vorgarten, eine umgestürzte Bake liegt auf dem Rohr. Es wird gebaut, für Breitbandanschlüsse und schnelleres Internet kommen die lila Rohre in die Erde. Das dauert – und das nervt einige Anwohner offenbar.

Die Bürgersteige seien „nicht vernünftig gerüttelt“, klagt der Rentner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, im Rebhuhnweg sei das Pflaster nicht ordentlich verlegt worden: „Ein richtig strenger Winter, dann kommen die Steine hoch.“ Außerdem moniert er, dass Schulwege nicht richtig gesichert seien und am Radweg hinterm Bahnhof ein Streifen nur mit Schotter statt mit Asphalt befestigt sei. „Ich habe die Gemeinde angerufen, die sagen, sie sind nicht zuständig“, schimpft der Rentner.

Horsts Bürgermeister Ernst-Wilhelm Mohrdiek kennt solche Klagen: „Ich weiß auch nicht, was das soll“, seufzt er. Einige Stellen würden tatsächlich nur provisorisch befestigt, weil die Arbeiter dort nochmals ran müssen. Bis Ende Mai konnten sich Horster für einen Anschluss an das Glasfasernetz entscheiden, das in Horst zur Zeit verlegt wird. Jetzt steht fest, wo die rund 750 Hausanschlüsse gelegt werden.

Im Spätsommer sollen die Bauarbeiten beendet werden, kündigt Mohrdiek an. Und dann geht es an die Endabnahme: „mängelfreie Herstellung“ muss die Baufirma abliefern. „Wir sind da dran, es ist alles dokumentiert“, versichert der Bürgermeister: „Ich sause hier ’rum“, beschreibt er seinen eigenen Aufwand.

Nicht alle brauchen Glasfaserleitung

Daran mag der Rentner noch nicht so recht glauben. Um die 700 Euro Ausbaubeitrag habe er 2009 für die Erneuerung seiner Straße bezahlt und findet es „ärgerlich“, dass „für fünf oder sechs Leute komplett die Straße aufgerissen wird“. Er erzählt allerdings auch, dass eine Horizontalbohrung ohne offene Grube daran scheiterte, dass ein Anwohner die nicht zuließ, weil ihm nicht garantiert wurde, dass seine Hecke dabei keinen Schaden nähme.

Die Glasfaserleitungen sind für den Rentner überflüssig, ihm reiche sein Internetanschluss: „Das ist für mich schnell genug“. Außerdem böten zwei Provider inzwischen an, bis zum kommenden Jahr vorhandene Anschlüsse zu beschleunigen. Das Argument, Häuser ohne Glasfaseranschluss verlören an Wert, verfängt bei ihm nicht: „Wer hier ein Haus kauft, legt noch mal einen Tausender drauf“, sagt er; so viel kostet der nachträgliche Anschluss ans Lichtwellennetz.

An der Ecke schiebt ein Mann mittleren Alters seinen Rasenmäher übers Gras. Glasfaseranschluss? „Brauche ich nicht“, sagt er. Probleme mit den Bauarbeiten vor seiner Haustür? „Nö, alles gut.“

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erstellt am 28.Jun.2016 | 16:22 Uhr

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