Elmshorn : Die B431 und die Sorgen mit der Umleitung

Das letzte von vielen Umleitungsschildern vor der Sperrung. Jetzt heißt es: Umdrehen oder rechts in die  Dorfstraße von Raa-Besenbek.
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Das letzte von vielen Umleitungsschildern vor der Sperrung. Jetzt heißt es: Umdrehen oder rechts in die Dorfstraße von Raa-Besenbek.

Auto- und Lkw-Fahrer stoppen trotz zahlreicher Verbots- und Umleitungsschilder erst vor der Baustelle. Dazu kommt ein unnötiger Umweg für Radfahrer.

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17. Juli 2014, 12:00 Uhr

Elmshorn | Die Vollsperrung der Bundesstraße (B) 431 zwischen dem westlichen Ortsrand von Neuendorf und dem Kreisel vor den Toren der Elbgemeinde Kollmar sorgt für Probleme. Immer wieder verfahren sich vor allem Urlauber und Lastwagenfahrer von außerhalb – trotz der Ausschilderung einer Umleitung. Doch genau die scheint besonders bei Ortsfremden für Irritationen zu sorgen. Und: Radfahrer auf ihrem Weg von Elmshorn nach Glückstadt werden über einen unnötigen Umweg von zwei Kilometern geführt.

Der Reihe nach: Im Verlauf der B431 muss, wie berichtet, direkt an der westlichen Ortsgrenze zu Neuendorf eine marode Brücke erneuert werden. Deshalb ist die Verkehrsader, die von weit mehr als 5000 Fahrzeugen täglich befahren wird, noch bis zum 8. August voll gesperrt. Für den örtlichen Verkehr erfolgt eine Umleitung vom Kreisverkehr Kollmar über die Landesstraße (L) 288 nach Siethwende und weiter über die L118 (Wischreihe, Bullendorf, Hasenbusch) nach Elmshorn und umgekehrt. Diese Umleitungsstrecke ist allerdings zwischen Kollmar und Siethwende nur für Fahrzeuge mit bis zu 5,5 Tonnen Gewicht erlaubt. Schwerere Fahrzeuge und der überörtliche Verkehr sollen die Strecke zwischen Elmshorn und Glückstadt über Horst, Steinburg und Krempe fahren.

In Elmshorn, zum Beispiel am Wedenkamp und in der Schulstraße, wird mit Schildern auf die Umleitung hingewiesen. Der Verkehr wird über den Flamweg in Richtung Hasenbusch bzw. Horst geleitet. Aber: Die Schilder sind für eine größere Zahl von Verkehrsteilnehmern offenbar zu klein, zu verwirrend oder auch zu wenig plakativ. Die Folge ist jedenfalls: Sie fahren auf der Gerberstraße einfach weiter in Richtung Glückstadt. Dort wird kurz vor der Reeperbahn nochmals die Umleitung angezeigt (über die Reeperbahn Richtung Horst), dann aber vor der Jahnstraße aufgehoben. Dann kommt offenbar, ungeachtet aller Umleitungsschilder, das Gefühl auf, wieder auf dem richtigen Weg zu sein.

Der Schein trügt: Es folgen weitere Schilder, die fast identisch mit denen in der Stadt sind, und in Richtung Horst weisen: Zuerst am Kirchensteig in Raa-Besenbek und dann kurz vor Neuendorf an der Dorfstraße. Spätestens hier begeben sich so manche Wohnmobil- oder auch andere Autofahrer endlich auf den Rückweg nach Elmshorn, weil jetzt die Fahrbahn halbseitig abgesperrt und auch mit einem Sackgassen-Schild versehen ist.

Lastwagen können hier nicht wenden oder die Raa-Besenbeker Dorfstraße befahren. Die Brummis fahren zumeist bis zur zweiten Absperrung in Neuendorfs Mitte und müssen dort drehen. Es geht auch für sie zurück nach Elmshorn. Die Strecke bietet übrigens dann genug Zeit zum Überlegen, was man an dem runden weißen Verkehrsschild mit seinem dicken roten Rand nicht genau verstanden hat.

Wirklich ärgerlich ist es für Radfahrer in Richtung Glückstadt, denn sie müssen unnötig viel in die Pedale treten. Die Radler werden noch nicht einmal am Ortseingang von Neuendorf informiert. Dabei könnten sie dort eigentlich nach links in den Bauerweg umgeleitet werden. Stattdessen beginnt die Radler-Umleitung erst, wenn die Fahrradtouristen oder Alltagsradler den Ortskern von Neuendorf bis fast vor die Baustelle durchfahren haben, um dann über Dünnenreihe zurück zum Bauerweg geleitet zu werden – gut zwei Kilometer Umweg, bevor es weiter über Kronsnest, Fleien und Kuhle wieder an die B431 und in Richtung Glückstadt geht. Kleiner Trost: Der Radfahrer sieht so die schöne Trinitatiskirche zu Neuendorf von allen Seiten.

Die Neuendorfer Wettern laufen unter die Trasse der Bundesstraße hindurch. Das Bauwerk ist marode und muss komplett erneuert werden. Gleichzeitig wird auch ein kleinerer Durchlass erneuert. Das gesamte Projekt soll bis zum 8. August so weit abgeschlossen sein, dass der Verkehr wieder fließen kann. Die Kosten sind insgesamt mit etwa  325.000 Euro veranschlagt.
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