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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 00:16 Uhr

Die Angst vor dem Feuer ist groß

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ab sofort gilt: In einem Radius von 500 Metern zu Reetdachhäusern dürfen keine Silvesterraketen abgeschossen werden

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Das alte Jahr verabschieden und das Neue freudig begrüßen – zum Jahreswechsel gehört bei vielen Elmshornern das Abbrennen von Knallkörper und bunten Raketen zum Feiern dazu. Was für die einen ein großer Spaß ist, ist für Besitzer von Reetdachhäusern mit einer großen Anspannung verbunden. Die Angst, dass eine verirrte Silvesterrakete im Reetdach stecken bleibt und es entzündet ist groß.

„Ab 23.30 Uhr gehen ich regelmäßig um mein Haus herum. Denn wenn das Reet sich entzündet, muss schnell gehandelt werden“, sagt Anders Petersen. Deshalb verbringt der in Hamburg lebende Bildhauer und Grafiker zusammen mit seiner Ehefrau Ingert und einigen Freunden die Silvesternacht immer in seinem Elternhaus auf Klostersande. Wie schnell sich ein Reetdach entzündet und ein Haus vernichten kann, hat Petersen erfahren. „1975 wurde unser Haus während einer Brandstiftungsserie auf Klostersande angezündet. Innerhalb kürzester Zeit brannte das Dach und das Feuer zerstörte das Haus. Mein Vater ließ es dann wieder aufbauen. Aber dieses Erlebnis möchte ich nicht noch einmal haben“, erinnert sich der Kulturpreisträger der Stadt Elmshorn. „Deshalb wünsche ich mir möglichst keinen Wind sowie ein nasses Dach am Silvesterabend“, sagt er weiter.

Bislang galt ein Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in einem Radius von 150 Metern rund um Reetdach-Häuser. Dieser Radius wurde jetzt drastisch auf 500 Meter erweitert. Allerdings kann sich Anders Petersen nicht vorstellen, dass sich an dieses Verbot gehalten wird.

„Das Abbrennen von Feuerwerksraketen in der Nähe von Reetdachhäusern stellt immer eine Gefahr dar. Damit keine Häuser zu Schaden kommen, muss deshalb ab diesem Jahr ein Sicherheitsabstand von 500 Metern eingehalten werden. Sollte dies nicht geschehen, ist dies eine Ordnungswidrigkeit und es kann mit einem Bußgeld von bis zu 10 000 Euro geahndet werden“, sagt Ilona Hohnsbehn vom Ordnungsamt.

Noch bis Dienstag, 31. Dezember, dürfen Silvesterknallkörper der Klasse II beziehungsweise Kategorie 2 verkauft werden. Das sind unter anderem Raketen, Party-Knaller, Batterien. Knallkörper dieser Kategorie dürfen nur an über 18-Jährige abgegeben werden. Feuerwerkskörper der Kategorie 1 dürfen ab zwölf Jahren gekauft werden und sind das gesamte Jahr über im Handel. Feuerwerkskörper der Kategorie 1 sind unter anderem Knallplätzchen für Spielzeugpistolen, Tretknaller oder Knallbonbons.

Geknallt werden darf nur vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Dasselbe gilt für das Abbrennen von Feuerwerk außerhalb der erlaubten Zeiten. Das Abbrennen von Knallkörpern in unmittelbarer Nähe (50 Meter) von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen ist ebenfalls verboten.

Nur wer seine Feuerwerksartikel in den für den Verkauf zugelassenen Geschäften erwirbt, kann sicher sein, keine minderwertige Ware zu bekommen. Billigböller sind gefährlich und stellen ein sehr hohes Risiko für die eigene Gesundheit dar. Deshalb sollte darauf geachtet werden, nur Feuerwerkskörper zu kaufen und zu verwenden, die von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zugelassen wurden, rät Ilona Hohnsbehn vom Ordnungsamt. Beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses sollten Fenster und Türen geschlossen und Balkone feuersicher gemacht und Briefkästen zugeklebt sein.

In der Gemeinde Seestermühe gilt ein Abbrennverbot von Knallkörpern für das gesamte Gemeindegebiet, da dort viele „weich gedeckte“ Gebäude besonders brandempfindlich sind. Das Verbot gilt für pyrotechnische Gegenstände der Kategorie II (Kleinfeuerwerke wie Raketen, Schwärme, Feuertöpfe, Knallkörper, Kanonenschläge, Chinaböller und Heuler). Außerdem gilt ein Abbrennverbot für Raketen innerhalb eines Schutzradius von 200 Meter und pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie II innerhalb eines Schutzradius von 50 Meter zu brandempfindlichen Gebäuden grenzüberschreitend für Seester.

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