Die Ära Hahn beginnt

Einer der ersten Gratulanten war der scheidende Bürgervorsteher Karl Holbach (rechts). Er beglückwünschte seinen Nachfolger Andreas Hahn zur Wahl zum Bürgervorstehers.
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Einer der ersten Gratulanten war der scheidende Bürgervorsteher Karl Holbach (rechts). Er beglückwünschte seinen Nachfolger Andreas Hahn zur Wahl zum Bürgervorstehers.

CDU-Politiker einstimmig zum Bürgervorsteher gewählt / 70-Jähriger behält aktive politische Rolle

shz.de von
23. Juni 2018, 12:43 Uhr

Der Neue wurde gleich zu Beginn seiner Amtszeit zum Dauer-Händeschüttler. Per Handschlag verpflichtete Elmshorns neuer Bürgervorsteher Andreas Hahn (CDU) am Donnerstagabend die übrigen 38  Abgeordneten im Elmshorner Stadtverordnetenkollegium. Nur wenige Minuten zuvor hatte die Ära Hahn begonnen. Einstimmig war der 70-Jährige zum Bürgervorsteher und damit zum Nachfolger von Karl Holbach (SPD) gewählt worden.

Mister 100 Prozent: „Das ist ein überwältigendes Ergebnis“, sagte Hahn. Und in Anspielung auf den einstigen SPD-Überflieger Martin Schulz – der war mit 100 Prozent zum Parteichef gewählt worden und dann gnadenlos abgestürzt – hoffte er, dass „mir dessen Schicksal nicht auch widerfährt.“ Die Lacher hatte ein sichtlich aufgeräumter und gut gelaunter Bürgervorsteher bei der konstituierenden Sitzung des Kollegiums gleich auf seiner Seite.

Keine Frage: Hahn freute sich über den „großen Vertrauensvorschuss“, den er aber auch als Last bezeichnete. Er versprach „gerecht und fair“ mit allen Fraktionen und Kollegen zusammenzuarbeiten und sein neues Amt neutral auszuüben.

Dennoch: Der CDU-Politiker, der seit mehr als 35 Jahren aktiv in seiner Stadt Politik macht, hat keinesfalls vor, sich in seiner neuen Rolle als erster Repräsentant der Stadt nur aufs Repräsentieren und Händeschütteln zu beschränken. Hahn will sich weiter in das aktuelle Tagesgeschehen einmischen, nicht mehr als Sperrspitze seiner Partei, sondern in Zukunft eher moderierend. Und so bleibt Elmshorns neuer Bürgervorsteher auch Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Und natürlich hat Hahn auch einen Sitz im neu geschaffenen Stadtumbauausschuss, in dem jetzt die Fäden für Elmshorns wichtigstes Zukunftsprojekt zusammenlaufen. In Sachen Stadtumbau ist Hahn der absolute Experte innerhalb der CDU-Fraktion, die mit 13 Sitzen stärkste politische Kraft im Kollegium ist.

Elmshorns Bürgervorsteher gab schon in seiner ersten Rede in zwei für ihn wesentlichen Punkten die künftige Richtung vor. So soll das Verhältnis zwischen den Elmshorner Bürgern und dem Stadtverordnetenkollegium verbessert werden. Beim zweiten Vorstoß dürften auch die Führungskräfte im Elmshorner Rathaus genau hingehört haben. Denn Hahn ließ klar durchblicken, dass die Politik in der Vergangenheit das Heft des Handelns zu oft der Verwaltung überlassen habe. „Einige haben sich in eine Wohlfühloase zurückgezogen“, merkte Hahn durchaus kritisch an. Die Verwaltung habe die Lücke ausgefüllt, die die Politik habe entstehen lassen. Er forderte die Kollegen auf, in Zukunft wieder stärker die Initiative zu übernehmen. „Wir sind der Souverän“, mahnte er an.

Die erste Sitzung des Neuen war gleichzeitig auch die letzte des Alten: Karl Holbach war zehn Jahre lang Bürgervorsteher. Der Sozialdemokrat war bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten. „Ich gehe ohne Wehmut“, sagte Holbach.

Er forderte die neuen Kollegiumsmitglieder auf, sich in die „politischen Debatten einzubringen und Dinge zu hinterfragen.“ Seinem Nachfolger Andreas Hahn wünschte er einen guten Start und immer eine „glückliche Hand, bei den vielen Aufgeben, die auf ihn zukommen.“

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