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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 12:57 Uhr

Alter Markt : Dicke Luft in der Marktpassage

vom

Geschäftsleute im Einkaufszentrum am Alten Markt leiden unter Baumaßnahmen. Kritik an Betreibern.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 09:14 Uhr

Elmshorn | Baulärm, Staub und Absperrungen machten in den vergangenen Wochen ein entspanntes Schlendern durch die Marktpassage am Alten Markt unmöglich. Doch die Leidtragenden sind nicht nur die Kunden, sondern vor allem auch die Geschäftsleute in dem Einkaufszentrum. Sie verbuchen Umsatzrückgänge von bis zu 40 Prozent.

"Die Baumaßnahmen sind eine Katastrophe für meinen Laden. Ich muss mehrmals täglich die Schuhe hier entstauben", sagt Farah Neiro, Inhaberin des Schuhgeschäfts "Shoelounge". Sie musste bereits einige Schuhe reduzieren, weil sie sie nicht mehr als Neuware anbieten konnte. Andere Geschäftsleute in der Passage klagen ebenfalls: "Wir mussten schon Ware wegschmeißen. Vieles, was bei uns über den Tresen geht, muss erstmal entstaubt werden", sagt Andreas Möller, Geschäftsführer von "papier bramstedt". Er führe seit Beginn der Umbaumaßnahmen an ein Bautagebuch und hat auch die Lärm-Belastungen gemessen. Die Bauarbeiter hätten mit Presslufthammer und sogar Mini-Bagger während der Geschäftszeit gearbeitet. "Das ergab in den ersten drei Wochen Werte zwischen 80 und 100 Dezibel", berichtet Möller. Ab einem Wert von 80 Dezibel würde es Gesundheitsprobleme geben. "Wir können dagegen leider wenig machen", sagt auch Sibylle Hinrich, Inhaberin der "NaschOase".

Die Bauarbeiten in der Marktpassage laufen seit rund vier Wochen. Der "Netto"-Supermarkt wird erweitert, außerdem werden Rolltreppen erneuert und kosmetische Maßnahmen am Gebäude-Inneren vorgenommen. "Jahrelang wurde hier nichts getan. Wir stecken nun Millionen in den Umbau", sagt Bjarke Schwartz, Center-Manager vom Betreiber Nordic Real Estate. Er könne die Probleme der Geschäftsleute verstehen. Man habe die Mieter schriftlich im Vorwege informiert, außerdem Vorschläge unterbreitet, mit der Situation umzugehen - wie genau diese aussehen, wollte Schwartz nicht konkretisieren.

Einige Geschäftsleute der Passage sehen das anders. So seien etwa Miet-Nachlässe abgelehnt worden. "Ein Entgegenkommen von der Betreiberseite gibt es nicht - man läuft hier gegen eine Wand", sagt etwa Andreas Möller, der von bis zu 40 Prozent Umsatzeinbußen infolge der Bauarbeiten spricht. Er beklagt zudem, dass Absprachen nicht eingehalten wurden: "Eigentlich sollten die Staub-Schleusen bereits von Anfang an eingerichtet werden, doch das war erst nach einer Woche der Fall", sagt Möller.

Center Manager Schwartz ist zuversichtlich, dass mit der Wieder-Eröffnung des "Netto"-Marktes am 9. Juli auch die Stimmung unter Geschäftsleuten und Kunden wieder steigt. "Bei Netto gab es 1600 zahlende Kunden pro Tag, nach dem Umbau rechnet die Einzelhandels-Kette mit 2800 bis 3100 Kunden am Tag", berichtet Schwartz. Davon würde dann natürlich die gesamte Marktpassage profitieren. Auch die Eröffnung des ehemaligen "Hertie"-Hauses voraussichtlich Ende Mai soll dem Kunden-Aufkommen in der Passage zugutekommen. Bis dahin soll es nun deutlich entspannter in der Marktpassage vorangehen: "Lärm und Staub sind vorbei, ab jetzt wird aufgebaut", sagt Schwartz. Er steht Bürgern und Geschäftsleuten jeden Dienstag von 10.30 bis 16 Uhr für Fragen im Büro des Center-Managements (2. Obergeschoss) zur Verfügung.

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